05.07.2016, 21:29 Uhr

Wenn der Berg die Rettung ruft

Über Stock und über Stein ist für den Rettungswagen "Land Rover Defender" kein Problem. (Foto: bergrettung-lilienfeld.com)

Ihr Einsatzgebiet beginnt dort, wo das der anderen aufhört. Bei Tag und Nacht zu jeder Jahreszeit.

LILIENFELD. 140 – das ist die österreichweite Alpin-Notrufnummer. Sobald eine oder mehrere Personen im Gebirge in eine missliche Lage geraten, wird die Bergrettung verständigt. Diese rückt auf schnellstem Wege mit ihren ehrenamtlichen Helfern vor Ort aus, um die in Not geratene/n Person/en erstzuversorgen.

Der Weg zum Bergretter
Seit 1928 gibt es auch in Lilienfeld eine eigene Bergrettung. Am Fuße des 1248 m hohen Muckenkogels befindet sich seit 2016 die neue Ortsstelle. Thomas Bichelhuber, der Ortsstellenleiter, ist bereits seit mehr als 15 Jahren aktives Mitglied. "Bergsteigen war schon immer meine große Leidenschaft, da hat dann eines zum anderen geführt", so der gelernte Schuhmachermeister. Zurzeit sind 17 aktive Bergretter (14 Männer und drei Frauen) für das Gebiet um Lilienfeld zuständig. Im Durchschnitt kommen sie auf 15 Einsätze pro Jahr – angefangen von Skiunfällen im Winter bis hin zu verunglückten Paragleitern im Sommer. Die Ausbildung zum Bergretter dauert – je nach Lerneifer – zwischen drei und fünf Jahre und kann ab dem 16. Lebensjahr begonnen werden. Sie gliedert sich in Sommer- und Winterkurse sowie einzelne Spezialkurse, welche auf das jeweilige Einsatzgebiet zugeschnitten sind. Es wird jedoch ein gewisses Know-how im Bergsport vorausgesetzt. "Wir bilden keine Bergretter zu Bergsteigern aus, sondern Bergsteiger zu Bergrettern", erklärt Bichelhuber.

Wissen kann Leben retten
Auch wenn die aktiven Helfer Tag und Nacht einsatzbereit sind, so liegt die Verantwortung eines jeden Bergsportlers in erster Linie bei sich selbst. "Niemand ist vor Unfällen gefeit. Man sollte deshalb immer die richtige Ausrüstung mit sich tragen. Eine kleine Erste-Hilfe-Tasche darf in keinem Rucksack fehlen", rät der 42-Jährige. Und was tun wenn man keinen Empfang am Berg hat? "Dann den Euro-Notruf 112 probieren zu wählen oder so lange laufen bis man wieder Empfang hat."


ZUR SACHE
Der Österreichische Bergrettungsdienst (ÖBRD) ist die älteste alpine Rettungsorganisation der Welt. Auslöser für die Gründung war ein Unglück am 8. März 1896 auf der Rax, bei dem drei Männer in einer Lawine ums Leben kamen. Der Bergrettungsdienst wird in ganz Österreich ehrenamtlich betrieben. Bundesweit teilen sich über 12.000 Bergretter auf 291 Ortsstellen auf. Die Aufgaben der alpinen Allrounder sind es, abseits des öffentlichen Straßennetzes in Not geratenen Personen zu helfen, sie zu suchen, zu versorgen und zu bergen.
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Kurt Dvoran aus Schwechat | 06.07.2016 | 18:40   Melden
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