16.03.2016, 09:12 Uhr

Borkenkäfer als größte Gefahr

Hier sind die Schäden des Buchdruckers sichtbar. Vor allem die Fichte ist von den Schädlingen betroffen. (Foto: LWKOÖ)
Durch Massenvermehrung richteten die Schädlinge im vergangenen Jahr große Schäden an.

BEZIRK (wom). Alleine in Oberösterreich wird der Schaden aus dem Vorjahr auf rund 500.000 Festmeter Käferholz geschätzt. "Besonders bei uns im Zentralraum war der Befall sehr hoch, aber auch das Mühl- und Innviertel waren stark betroffen. Aufgrund der letztjährigen Trockenheit und des starken Samenjahres waren die Fichten bereits vorgeschädigt, was natürlich den Käferbefall begünstigte. Aber auch heuer im Frühjahr ist mit einer hohen Befallsrate zu rechnen, daher ist die laufende Kontrolle der letztjährigen Käferlöcher enorm wichtig", weiß Markus Gemander, Forstberater der Bezirksbauernkammer Linz. Durch einen Borkenkäferbefall wird das stehende Holz entwertet. Zusätzlich ist ein großer Käferbefall stellenweise sehr schwer zu bekämpfen, da sich die Käfer bei entsprechend guter Witterung sehr schnell vermehren können. "Im Vorjahr konnte ein Borkenkäferweibchen alleine bis zu 100.000 Nachkommen erzeugen", betont Gemander.

Fichten hauptbetroffen

Hauptleidträger des Borkenbefalls ist die Fichte. Aufgrund der weiten Verbreitung dieser Baumart sind der Kupferstecher und der Buchdrucker die beiden größten Schädlinge. Sie können auch gemeinsam auf einem Stamm vorkommen, wobei der Kupferstecher hauptsächlich den Wipfel- und der Buchdrucker den stärkeren Stammbereich befällt. "Prinzipiell hat jede Baumart ihren eigenen Borkenkäfer, doch halten sich in den meisten Fällen die Schäden in Grenzen", sagt der Experte.

Sofortiges Schlägern

Wird ein Käferbefall entdeckt, ist es wichtig, rasch die befallenen Stämme zu schlägern. "Wenn bei den Fichten die Rinde bereits abgefallen ist, ist es schon zu spät, da der Borkenkäfer den befallenen Stamm bereits verlassen hat", erklärt der Forstberater.
Im Frühjahr kann man mit sogenannten Fangbäumen eine präventive Maßnahme setzen. Dabei handelt es sich um frisch geschlägerte Fichten, die in bestehende Käferlöcher gelegt werden und mit denen der Käfer angelockt werden soll. Sobald der Borkenkäfer das weiße Stadium erreicht hat, also die Larven sich entwickelt haben, müssen diese Fangbäume aus dem Wald abtransportiert werden. Von großer Bedeutung ist auch die Waldhygiene, also die Entfernung von kranken Bäumen. Weiters sollte auch geschlägertes Holz nicht im Wald gelagert werden, da dies für den Borkenkäfer attraktiv sein könnte. Selbiges gilt auch für sogenannte „Wiedhaufen“, auf denen Ast- und Wipfelmaterial für das Hacken gelagert wird.
"Als vorbeugende, waldbauliche Maßnahme ist der Aufbau von gesunden und strukturreichen Mischwäldern zu empfehlen, da vor allem reine Fichtenbestände sehr anfällig für den Borkenkäfer sind", so Gemander.
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