07.09.2016, 08:59 Uhr

Den Menschen mit Rat und Tat beistehen

Der neue Bezirksobmann Linz Land Günter Geisberger mit der ehemaligen Obfrau Monika Harucksteiner und Bezirkssekretär Johann Krauk. (Foto: KOBV)

Seit Anfang August ist der Trauner Günter Geisberger Bezirksobmann des OOBV-Behindertenverbands.

Im Gespräch mit der BezirksRundschau erzählt Geisberger welche Aufgaben der verein hat und wo die Herausforderungen liegen.

Was sind die Hauptaufgaben des KOBV?

Wahrung, Vertretung und Förderung der Interessen der Kriegsopfer und Zivilinvaliden.

Für welches „Klientel“ ist der Verein zuständig?

Gegründet wurde der Verein 1945 für die Kriegsopfer nach dem 2. Weltkrieg. Seit mehr als 10 Jahren nimmt sich der Verein um Menschen an, welche durch irgendwelche unglückliche Fügungen zu Beeinträchtigungen gekommen sind, dies ist die immer größer werdende Gruppe der Zivilinvaliden.

Welche Leistungen bietet der KOBV seinen Mitgliedern?

Der KOBV informiert und berät Menschen mit Beeinträchtigung insbesondere in Sozialrechtsangelegenheiten und vertritt sie kostenlos vor Ämtern, Behörden und Sozialgerichten. Weiters bietet der KOBV seinen Mitgliedern Erholungs- und Urlaubsaufenthalte in Vertragseinrichtungen im In- und Ausland und Rehabilitation durch die Betreibung der SKA Zicksee, dem Rehabilitationszentrum des KOBV für Wien, Niederösterreich und Burgenland. Der Verein betreut über betriebliche Behindertenvertrauenspersonen die behinderten Arbeitnehmer in den Betrieben und sorgt in Kooperation mit ÖGB und AK  für die Aus- und Weiterbildung der Vertrauenspersonen.

Wie läuft so ein Beratungsgespräch ab und wie sieht die weitere Betreuung danach aus?

Grundsätzlich stellen wir anfangs den Verein vor und natürlich uns als Person. Danach lassen wir uns vom Besucher erläutern warum er gekommen ist und hinterfragen danach welche Zuwendungen bzw. Unterstützungen er aktuell erhält. Meist verlaufen diese Gespräche sehr positiv, sodass wir diese Personen als neue Mitglieder gewinnen können. Durch die Mitgliedschaft bleiben diese Menschen automatisch in engeren Kontakt mit uns.

Wie sind Sie zum Verein KOBV gekommen und welchen Werdegang haben Sie im Verein?

Ich kenne und schätze den Landesobmann Helmut Woda schon sehr lange. Als die Ortsgruppe Traun 2009 von ihm und Bezirkssekretär Johann Krauk neu aufgestellt wurde nahm ich das Ehrenamt als stellvertretender Obmann an und am 05.11.2015 wurde ich dann zum Obmann der Ortsgruppe Traun gewählt. In der letzten Bezirks-Vorstandssitzung, am 08.08.2016 wurde ich einstimmig zum Obmann des Bezirkes Linz-Land bestellt. Ich habe dabei die Ennserin Monika Harucksteiner abgelöst, welche die letzten 6 Jahre als Obfrau des Bezirkes einen wirklich sehr guten Job gemacht hat. Ich habe dieses weitere Ehrenamt gerne angenommen, da ich ein sehr kompetentes Team an meiner Seite habe.

Mit welchen Herausforderungen haben Sie in Ihrer täglichen Arbeit im KOBV zu tun?

Ich denke am wichtigsten ist, dass man seinem Gegenüber gut zuhört und sich in dessen Lage versetzt, da kommt man am ehesten an die Wurzel der Probleme und kann dann gemeinsam Lösungsansetze erarbeiten.

Welche sind die am häufigsten auftretenden Probleme mit denen Menschen mit Beeinträchtigung zu kämpfen haben?

Oft wenig bis gar keine sozialen Kontakte durch die Beeinträchtigung. Eine angespannte finanzielle Situationen, da oft viel Geld für Medikamente ausgegeben werden muss. Manchmal passt auch das Wohnumfeld nicht.


Aus welchen Motiven heraus engagieren Sie sich persönlich für den Verein?

Menschen mit Beeinträchtigung begleiten mich beruflich schon die letzten Jahrzehnte und ich möchte die persönlichen Erlebnisse und beeindruckenden Momente mit diesen Menschen nicht missen. Dies hat mich bewogen, mich ehrenamtlich für diese Personengruppe zu engagieren.

Wie sehen Sie generell die Situation für Menschen mit Beeinträchtigung im Alltag? Wo gibt es hier (speziell in Traun und Linz-Land) noch Nachholbedarf?

Barrierefreiheit ist hier das große Thema, die Stadt Traun hat bei ihren öffentlichen Gebäuden in diese Richtung schon sehr viel umgesetzt und ist auf einem guten Weg. Negativ fällt mir auf Anhieb der Bahnhof Traun ein, der für diese Zielgruppe nach wie vor ungeeignet ist. Ein Meilenstein ist, dass mit 10. September 2016 die Straßenbahn bis zum Schloss Traun fährt, diese ist barrierefrei und macht somit Menschen mit Beeinträchtigung wesentlich mobiler.

Der KOBV:

Der Kriegsopfer- und Behindertenverband KOBV wurde als Selbsthilfeorganisation der Kriegsopfer im Jahr 1945 gegründet. Primäres Ziel war es, den mehr als 500.000 Kriegsopfern eine umfassende Rehabilitation und Integration in Beruf und Gesellschaft zu ermöglichen. Die gesetzlichen Grundlagen und deren Umsetzung für die Kriegsopfer waren Wegbereiter für Österreichs Behindertenpolitik. Es gelang, zahlreiche ursprünglich für Kriegsopfer geschaffene Regelungen auch auf aus anderen Ursachen behinderte Menschen auszudehnen. So öffnete sich der KOBV für alle Menschen mit Behinderungen und seit 1973 Menschen mit Behinderungen, unabhängig von Art und Ursache der Behinderung, die Mitgliedschaft erwerben und damit die Leistungen des KOBV in Anspruch nehmen können. Nähere Infos gibt es hier
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