09.06.2016, 10:23 Uhr

Wirbel um Gerüchte in Ansfelden: "Dies schadet dem Ruf jener, die helfen"

Die ehrenamtlichen Helfer unterstützen die Asylwerber bei der Integration und im Alltag.

Nach Gerüchten rund um das Flüchtlingsheim bezieht die Ansfeldner Stadtregierung nun Stellung.

ANSFELDEN (wom). "Falsch" und "Gift für das Klima" zwischen den Ansfeldner Bürgern seien laut Bürgermeister Manfred Baumberger die Behauptungen, die im Zusammenhang mit der Flüchtlingsbetreuung in der Stadt verbreitet wurden.
Konkret geht es um den Vorwurf, dass die ehrenamtlichen Helfer Geld erhalten würden. "Rund um das Flüchtlingsquartier sind engagierte Leute aktiv, die eine hervorragende Arbeit für ein gutes Miteinander in Ansfelden leisten. Gerüchte, sie würden dafür bezahlt oder würden es gar aus niederen Motiven tun, sind nicht nur unwahr, sondern auch schändlich", betont Baumberger. Schon bereits kurz nach dem Einzug der Asylwerber im Flüchtlingsheim sollen immer wieder falsche Behauptungen verbreitet worden sein. Nun reagierte die Stadtpolitik und stellte eine gemeinsame Klarstellung auf die Gemeindehomepage. Bis auf die FPÖ stehen alle politischen Kräfte hinter dieser. "In der Sache stehen wir voll dahinter. Wenn es solche Gerüchte gibt, gehören diese aufgeklärt. Wir hätten aber eine interne Abhandlung dieses Themas vorgezogen und verwehren uns gegen das Vorgehen von Bürgermeister Baumberger, so an die Öffentlichkeit zu gehen und die Ansfeldner Bürger unter Generalverdacht zu stellen", erklärt FP-Vizebürgermeister Christian Partoll.

Nicht hinzunehmen

Auch Judith Rucker von der Asylbetreuung Linz-Land und Leiterin des Flüchtlingsheims in Ansfelden zeigt sich geschockt von den Gerüchten. "Wenn ich Geschichten höre und genau weiß, dass sie nicht der Wahrheit entsprechen, macht mich das schon wütend. Vor allem, wenn das überaus große Engagement der freiwilligen Mitarbeiter, der 'Buddies', in Frage gestellt wird", erklärt Rucker. Diese fühlen sich durch die kursierenden Behauptungen vor den Kopf gestoßen. "Zur ehrenamtlichen Mitarbeit bei Hilfsprojekten entschließt man sich aus sozialen, ideologischen oder religiösen Beweggründen. Jeder kann für sich selbst entscheiden, ob er mithilft oder nicht. Das Gerücht, wir würden dafür Geld erhalten, ist einfach unfassbar. Mancher hat wohl das Wort 'Ehrenamt' nicht ganz verstanden", sagt Waltraud Schinko, ehrenamtliche Deutschbetreuerin in der Asylunterkunft Ansfelden. Sie gibt jenen anonymen Gerüchteverbreitern auch noch einen Tipp mit auf den Weg: "Kümmert euch doch um euer Leben und die dadurch entstehenden Aufgaben. Wir Ehrenamtler tun es auch, uns sind eben nur andere Aufgaben auch wichtig", so Schinko.
Auch das Gerücht, Bürgermeis-ter Baumberger habe den Flüchtlingen neue Fahrräder geschenkt, sorgt für Aufregung. "Diese Geschichte ist ebenfalls falsch. Es handelt sich um alte Räder, die im Bauhof gelagert waren, die repariert und den Flüchtlingen übergeben wurden", so Baumberger.

Wirbel um Räder

Räder, die herrenlos in Ans-felden aufgefunden werden, werden eingesammelt und wandern in den Bauhof. Nach einem Jahr, so sich niemand meldet, gehen sie in den Besitz der Stadt über. "Normalerweise spenden wir diese an soziale Vereine oder schicken sie in ärmere Länder. Diesmal haben wir sie den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt", betont Baumberger.

Kommentar: Wichtiger Dienst für Gemeinschaft

Die Flüchtlingsthematik beschäftigt uns nun bereits seit längerer Zeit und lässt wohl niemanden kalt. Schließlich beherrscht die Problematik die Medien genauso, wie auch die Stammtischgespräche. In den Gemeinden sorgen die Aufnahme und die Betreuung von Asylwerbern immer wieder für Konflikte. Um den Schutzsuchenden eine Hilfestellung bei der Integration in einem für sie fremden Land zu geben, bedarf es des Engagements ehrenamtlicher Helfer. Diese Leute verwenden ihre Freizeit dafür, Flüchtlinge bei Behördengängen zu unterstützen, mit ihnen Deutsch zu lernen oder ihnen im Alltag unter die Arme zu greifen. Damit leisten die Ehrenamtlichen auch einen wichtigen Dienst für die Gemeinschaft. Daher ist es umso schäbiger, wenn von manchen Leuten Gerüchte verbreitet werden, die dieses Engagement diffamieren.
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