13.04.2016, 20:00 Uhr

Gesünder leben durch Wissen und Kompetenz

Laut EU-Studien ist es um die Gesundheitskompetenz der Österreicher nicht so gut bestellt. Dabei ist sie wichtig, um gesunde Entscheidungen im Alltag treffen zu können. (Foto: panthermedia/Monkeybusiness)
Politische Entscheidungsträger, Ärzte und Gesundheitsaktivisten wollen die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, auf ihre Gesundheit zu achten. Auch im Sammelband "Zukunftsmotor Gesundheit", der von der OÖ Gebietskrankenkasse (OÖGKK) und der Johannes Kepler Universität (JKU) kürzlich herausgegeben wurde, wird die Gesundheitskompetenz als "vielversprechender Driver für die Gestaltung des österreichischen Gesundheitssystems" bezeichnet.

Mangelnde Kompetenz

Gesundheitskompetenz bedeutet, relevante Gesundheitsinformationen zu finden, sie auch richtig zu verstehen und zu beurteilen und folglich auch anzuwenden. Ziel ist, dass jeder Bürger in den Bereichen Krankheitsbewältigung, -prävention und Gesundhheitsförderung Entscheidungen treffen kann, die sich positiv auf die Lebensqualität auswirken. "Europäische Untersuchungen zu diesem Thema haben gezeigt, dass die Österreicher – und zwar die gesamte österreichische Bevölkerung – von neun teilnehmenden Nationen nur den vorletzten Platz erreichen konnten", schreibt Jürgen M. Pelikan, Key Researcher am Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research Wien, in seinem Beitrag in dem Sammelband.

Neue Technologien

Ein Grund dafür sind auch die neuen Technologien, durch die man heute komplizierteren Entscheidungen ausgesetzt ist. Schwierig sei etwa, wenn Daten automatisch generiert und ohne Hintergrundwissen oder -information interpretiert werden, wie etwa bei diversen "Health Apps". Helmut Brand, Leiter des Department of International Health an der Uni Maastricht und Präsident des European Health Forums Gastein, hat sich mit den technischen Entwicklungen und Möglichkeiten der Informationstechnologie beschäftigt: "Evidenzprüfungen, ob die App wirklich hilft und ob der Sensor wirklich das liefert, was er vorgibt, werden künftig ein Thema sein." Werden in Zukunft alle Anbieter von Gesundheitsdiensten vernetzt, kann das laut Brand hingegen zu einer besseren Befundung und Versorgung der Menschen im Krankheitsfall führen.

Kompetenz durch Lernangebote

Der Gesundheitskompetenz der Bürger wird künftig ebenfalls verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet werden. Pelikan schlägt dafür drei unterschiedliche Strategien vor: Lernangebote sollen die Kompetenz im Umgang mit der eigenen Gesundheit heben. Die Gesundheitssysteme sollen nutzerfreundlicher und verständlicher werden. Nichtzuletzt müssen bestimmten, benachteiligten Gruppen Maßnahmen angeboten werden, die spezifische Defizite kompensieren.

Auf Augenhöhe kommunizieren

In Linz gibt es mehrere Anbieter, die sich auf ihre Fahnen geschrieben haben, die Gesundheitskompetenz zu stärken. Das MINI MED Studium etwa wurde gegründet mit der Idee, Menschen zu befähigen, auf Augenhöhe mit ihren Ärzten zu kommunizieren und Gesundheit und die eigene Krankheit besser zu verstehen. Hochkarätige Referenten referieren zwei Mal im Monat im Neuen Rathaus in leicht verständlicher Sprache zu aktuellen Gesundheitsthemen und beantworten die offen gebliebenen Fragen. Der Eintritt ist frei.

Bei den Terminen der forte Patientenuniversität referieren nicht nur Fachmediziner, sondern auch Experten aus der Pflege sowie vom Studiengang Diätologie der Fachhochschule OÖ. Gemäß dem Motto „Medizin zum Begreifen – kompetente und menschliche Wissensvermittlung“ sind die Vortragenden bemüht, in der Publikumsdiskussion auf die Bedürfnisse und Anliegen der Zuhörer einzugehen. Die Kosten für ein Semester betragen 70 Euro, Einzelveranstaltungen können um 10 Euro besucht werden.

Die nächsten Termine

MINI MED Studium: „Leichter leben“ mit Diabetes – Das Neueste zum Stoffwechsel, zu Übergewicht und was das Abnehmen bewirkt. 20. April ab 19 Uhr im Neuen Rathaus.
forte Patientenuniversität: "Die Prostata – wie kann mann Erkrankungen vorbeugen?". 19. April ab 15 Uhr, Museumstraße 31.
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