01.06.2016, 15:22 Uhr

Mehr Familienberatung benötigt!

2014 lebten in Österreich 1.389.000 Familien mit Kindern. Darunter sind 156.000 Lebensgemeinschaften, 300.000 Ein-Eltern-Familien und 933.000 Ehen mit Kindern. „Das zeigt deutlich, wie beliebt das Modell Familie nach wie vor ist. Für ganz viele Menschen sind Familie und Kinder der zentrale Lebensinhalt“, sagt OÖ Familienbund-Landesobmann Mag. Bernhard Baier. „Aber so glücklich auch viele sind, die Scheidungsrate ist dennoch sehr hoch. Sie liegt bei über 40 Prozent. Und am Ende des Tages sind es immer die Kinder, die am meisten unter den Trennungen leiden“, so Baier.

Um den Schutz der Kinder bei Trennungen und Scheidungen bestmöglich sicherzustellen, wurde im Jahr 2013 das Familienrecht novelliert. Das Kindeswohl wurde in den Mittelpunkt gerückt. Bei jeder behördlichen Entscheidung über die Obsorge haben die Versorgung sowie die Meinung der Kinder oberste Priorität. So können Gerichte in Trennungszeiten etwa Mediatoren oder Familienberater verpflichtend anordnen. „Diese rechtliche Besserstellung der Kinder begrüßen wir sehr im Familienbund. Letztes Jahr haben wir über 2.500 Klienten in mehr als 4.300 Beratungsstunden betreut. Dennoch besteht in der Praxis weit mehr Bedarf. Rund ein Drittel der Anfragen können wir aufgrund begrenzter finanzieller Mittel nicht bearbeiten“, sagt Baier.

„Gerade im Beratungsbereich sollten Menschen aber schnell Hilfe bekommen. Für viele ist es eine große Überwindung sich mit ihrem Problem an eine professionelle Beratungsstelle zu wenden. Dieser Schritt wird oft erst getan, wenn es wirklich brennt. Gibt es dann keine oder erst in ein paar Monaten Hilfe, lässt man die Menschen auf einem Pulverfass zurück“, gibt Baier zu bedenken. „Wir möchten daher an den Bund appellieren, die seit Jahren gleichbleibenden Gelder für den Beratungsbereich zu erhöhen. Denn durch rechtzeitige Hilfe können viele negative Spätfolgen verhindert werden“, ist Baier überzeugt.
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