05.04.2016, 10:39 Uhr

Ordensklinikum: Schwestern und Liesln fusionieren

Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern ist Teil des neuen Ordensklinikums. (Foto: BHS Linz)

Zwei traditionsreiche Linzer Ordensspitäler schließen sich unter einem gemeinsamen Dach zusammen.

Mit 1. Jänner 2017 entsteht damit das "Ordensklinikum Linz" mit insgesamt rund 3500 Mitarbeitern und 1130 Betten. Die Elisabeth von Thüringen GmbH und die Vinzenzgruppe werden zu je 50 Prozent Eigentümer der neuen Gesellschaft, die beide Häuser operativ führen wird. "Wir haben jahrzehntelang unsere Krankenhäuser sehr eigenständig geführt. Jetzt ist es Zeit, dass wir zusammenrücken", sagt Sr. Cordula Kreinecker, Generaloberin der Barmherzigen Schwestern. Durch den Zusammenschluss soll die Entwicklung der medizinischen Qualität in der Patientenversorgung am Standort Linz weiter vorangetrieben werden.

Leistungen abstimmen

Beide Geschäftsführer werden zunächst gemeinsam die Leitung übernehmen, auch die kollegialen Führungen bleiben erhalten. Die medizinischen Leistungen an beiden Standorten sollen künftig aufeinander abgestimmt werden. Durch die Zusammenlegung von Beschaffung, Einkauf und Verwaltung soll die Effizienz gesteigert werden. Auch das Ärztearbeitszeitgesetzes könne damit leichter umgesetzt werden. Zudem soll der Standort für Ärzte sowie medizinisches und pflegerisches Fachpersonal attraktiver werden.

Verstärkte Zusammenarbeit

Die beiden Krankenhäuser des Ordensklinikums arbeiten bereits jetzt in verschiedenen Bereichen zusammen, seit August 2015 etwa besonders intensiv im Bereich der akuten Herzkatheter-Versorgung. Diese Schwerpunkte sollen konsequent weiterentwickelt werden. Das Ordensklinikum konzentriert sich künftig auf die spitzenmedizinischen Felder Bauch, Bewegungsapparat, Blut, Frauengesundheit, Hals-Nasen-Ohren, Haut, Herz, Kinderspezialchirurgie, Lunge, Niere, Blase, Prostata und Altersmedizin. Die Elisabethinen haben jedoch auch einen Kooperationsvertrag mit der Landes-Spitalsgesellschaft gespag. Dieser soll trotz der Fusion bestehen bleiben, vor allem das gemeinsam geführte Tumorzentrum. gespag-Vorstand Karl Lehner erwartet sich durch die Allianz einen "positiven Einfluss" auf die regionalen Spitalsstandorte.

Auch Landeshauptmann Josef Pühringer begrüßt das neue Ordensklinikum: "Zwei exzellente Gesundheitseinrichtungen ziehen künftig an einem Strang. Ich bin überzeugt davon, dass die Patienten von dieser Bündelung der Kompetenzen profitieren werden und sich viele wertvolle Synergien nutzen lassen." Die Zusammenarbeit gehe sogar über die Vorschläge der Oö Spitalsreform hinaus. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder ist derzeit noch nicht Teil des neuen Ordensklinikums, die Geschäftsführer Raimund Kaplinger (Elisabeth von Thühringen GmbH) und Michael Heinisch (Vinzenz Gruppe) schließen jedoch eine spätere Verflechtung nicht aus.
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