29.05.2016, 17:33 Uhr

Zu viel Zucker im Essen!

Zu viel Zucker im Essen! Süße Fallen in Fertigpizza, Kartoffelsalat & Co! Der Konsumentenschutz der AK OÖ warnt vor zu viel - verstecktem! - Zucker im Essen. (Symbol)Foto: Ivica Stojak
Linz: Arbeiterkammer OÖ |

Versteckter Zucker: Süße Fallen in Fertigpizza, Kartoffelsalat & Co

In seiner Presseaussendung vom 27. 05. 2016 warnt der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) vor zu viel verstecktem Zucker im Essen. Denn, weil Zucker ein billiger Geschmacksträger ist, und er aber in Verruf geraten ist, wollen oder können viele Lebensmittelhersteller nicht auf diesen ganz verzichten und versuchen dementsprechend, die tatsächliche „Süße" ihrer Lebensmittel zu verstecken.

Aus diesem Grund hat der Konsumentenschutz der AK OÖ in Kooperation mit ÖKO-TEST 34 Produkte* ins Labor geschickt und folgende Tricks der Hersteller dabei aufgedeckt:

Zucker hat viele Namen
Begriffe wie Glukose, Fruchtzucker und Traubenzucker sind Ihnen vielleicht noch ein Begriff. Aber wie steht es um Maltodex, Xylit oder Dextrine? Wer also auf Zucker verzichten will, muss jede Menge Vokabeln lernen!

Unterschiedliche Bezeichnungen verhindern Platz 1

In der Nährwertdeklaration müssen Zutaten mengenmäßig sortiert in absteigender Reihenfolge deklariert werden. Aber viele Hersteller verwenden nicht einfach „Zucker“, sondern verwenden zum Beispiel Glukose-Fruktose-Sirup, Invertzuckersirup, Dexrose und Süßmolkenpulver. Und so landet Zucker nicht auf Platz 1, sondern auf den Plätzen 3, 5, 9 und 10 der Zutatenliste.

Nur natürliche Süße

„Natürlich“ klingt gesund und verkauft sich gut. Allerdings handelt es sich in vielen Fällen nicht um die natürliche Süße aus Milch, Gemüse oder Obst, sondern um hoch konzentrierte, getrocknete, teils mehrfach verarbeitete Pulver.
Ein Beispiel: „Fruchtsüße“ klingt gesund, ist aber nichts anders als ein Gemisch aus Fruktose und Glukose. Und wie bei „Konzentraten“ spielen die Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, die frisches Obst liefert, keine Rolle mehr.

Weniger Fett, oft mehr Zucker
Fett und Zucker sind Geschmacksträger. Wenn also von dem einen weniger drin ist, muss von dem anderen mehr rein, um Geschmackseinbußen wettzumachen.
Und „weniger süß“ bedeutet nicht tatsächlich wenig, sondern nur in Relation zu Vergleichslebensmitteln. Ein Produkt mit der Bezeichnung „weniger süß“ kann daher trotzdem zu mehr als der Hälfte aus Zucker bestehen.

Miniportionen halten den Zuckergehalt klein

Die Gehalte an Fett, Zucker oder Salz kann man ganz einfach kleinrechnen, indem man die Portion des Lebensmittels sehr gering bemisst. Je kleiner die Portion, desto geringer der Anteil an der Referenzmenge für einen durchschnittlichen Erwachsenen.

Saucen und Getränke als Zuckerbomben entlarvt
Vielen ist bereits bewusst, dass Produkte wie Milchbrötchen oder Ceralien kein gesundes Frühstück darstellen und Fertiggerichte enormen Zuckergehalt aufweisen. 

Aber auch Saucen und Getränke dürfen nicht unterschätzt werden: 20 Würfel Zucker in einem halben Liter Frucht-Buttermilch und 4 Würfel Zucker in einer Portion Curry Gewürz Ketchup - diese Produkte müssen entsprechend bewusst konsumiert werden!

Selbermachen ist besser!
Ob Naturjoghurt mit frischen Früchten, selbstgemachte Pizza oder grüner Smoothie – mit selbst zubereiteten Lebensmitteln haben Sie die Menge an zugesetztem Zucker selbst in der Hand. Den wirklich natürlichen, in Obst enthaltenen Zucker, gilt es nicht zu verteufeln. In Maßen benötigt unser Körper besonders Glukose als sehr wichtige Energiequelle für die Körperzellen.


*Testergebnis: Gesamtzuckergehalt in den Produkten
15
Diesen Mitgliedern gefällt das:
4 Kommentareausblenden
16.953
Petra Maldet aus Neunkirchen | 29.05.2016 | 18:18   Melden
28.206
Karin Polanz aus Bruck an der Mur | 29.05.2016 | 21:30   Melden
25.032
Hanspeter Lechner aus Enns | 30.05.2016 | 18:11   Melden
28.206
Karin Polanz aus Bruck an der Mur | 31.05.2016 | 08:28   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.