28.06.2016, 15:37 Uhr

Google-Meeting in der Tabakfabrik

(Foto: Voggeneder)

Zu Jahresbeginn stieg Google zum wertvollsten Unternehmen der Welt auf. Gestartet mit einer Suchmaschine, zählt das Unternehmen nun auch selbstfahrende Autos zum Portfolio.

Wie man auch als so großes Unternehmen stetig innovativ bleibt, über die Chancen des Scheiterns und den Mut Fragen zu stellen - darüber sprach Googles Innovations-Chef Frederik G. Pferdt beim diesjährigen Forum Creative Industries in der Linzer Tabakfabrik.

Scheitern, um zu lernen
"Innovation kann nicht erzwungen werden, aber es kann eine Innovationskultur geschaffen werden", mit diesen Worten eröffnete Frederik G. Pferdt, Head of Creativity & Innovation bei Google im Silicon Valley, vor mehr als 600 Besuchern seinen Impulsvortrag zum Thema 'Kreative Freiheit' beim dritten Forum Creative Industries, veranstaltet von CREATIVE REGION und Industriellenvereinigung OÖ. Google sei damit erfolgreich geworden, dass in der knapp 18-jährigen Firmengeschichte für die Mitarbeiter immer wieder ein Umfeld geschaffen wurde, in der Innovation einfach passieren kann und sich niemand für 'wilde, neue Ideen' schämen muss. "Wie Kinder geben wir uns selbst die Erlaubnis, laufend neue Ideen auszuprobieren und stolz darauf zu sein", so der gebürtige Ravensburger in seinem Vortrag. Dabei sei Google auch immer wieder gescheitert. "Es gab viele fehlgeschlagene Produkte in der Vergangenheit, aber aus jedem Scheitern sind wir ein Stück weit gewachsen", so Pferdt.
Was wäre wenn?
Wer mit radikal neuen Ideen aufkommen möchte, müsse weg vom 'Ja, aber'-Gedankenmodus, hin zur 'Ja, und'-Einstellung. Nur so könne Neues generiert werden, von dem man sich zuvor nicht vorstellen konnte, dass es überhaupt funktionieren würde. Überzeugt ist Pferdt auch von der Vision des Unternehmens: Die Frage 'Was wäre wenn?' beschäftigt Google und seine Mitarbeiter bei jedem Handeln und Tun. "Unternehmensvisionen wirken als Talent Magnet. Eine Vision, die groß und mutig in die Zukunft blickt, spricht auch jene Mitarbeiter an, die sich diesen Ideen gewachsen sehen", betont der Begründer von Googles Innovations-Werkstatt 'The Garage', die jährlich von mehr als 16.000 Mitarbeitern des Suchmaschinengiganten zur Entwicklung von revolutionären Ideen in Anspruch genommen wird." Damit Ideen wachsen können, muss man diese teilen. Jeder Mitarbeiter in einem Unternehmen sollte deshalb jederzeit Zugang zu denselben Informationen haben",

Nutzer im Fokus
Für die Entwicklung innovativer Ideen, braucht es natürlich auch jemanden, der einen leitet. Google stellt in diesem Fall die Nutzer in den Fokus des Handelns und gibt erste Lösungsansätze bereits in einem sehr frühen Stadium an diese weiter, um herauszufinden, was funktionieren kann und was nicht. "Man muss die Technologie zu den Usern bringen, um die verschiedenen Szenarien wirklich zu verstehen und die Weiterentwicklung vorantreiben zu können", meint Pferdt weiter.

Podium mit Innovationspotenzial

Nach dem Vortrag von Frederik Pferdt standen auch in der anschließenden Podiumsdiskussion Innovations- und Kreativitätsansätze im Vordergrund: Unter dem Titel „Talking Tacheles“ interagierten Moderator Mario Herger, CEO von Enterprise Garage Consultancy im Silicon Valley, Astrid Weber, Google Inc., Birgit Ettinger, Leiterin des Innovationsmanagements der KEBA AG, Christian Federspiel, Geschäftsführer von Catalysts GmbH und David Kitzmüller, Head of Marketing bei karriere.at GmbH über Oberösterreichs Methoden und Maßnahmen, wie man Menschen zur Kreativität anregt und daraus Innovationen generiert. Dass sich unsere heimischen Unternehmen dabei keinesfalls verstecken müssen, bzw. Ansätze aus dem Silicon Valley bereits erfolgreich umsetzen, wurde schnell klar: Catalysts nutzt den "Was wäre wenn-Mindset", um Technologien und Innovationen voranzutreiben. KEBA bezieht den User bereits in frühen Stadien der Entwicklung in den Prozess ein. karriere.at geht den Schritt, gemeinsam mit dem Kunden Ideen dekonstruieren, um sie danach neu entstehen zu lassen.

Kreatives Linz

"Österreich ist super!", betonte auch der Wiener Mario Herger, Autor des Buches 'The Silicon Valley Mindset'. Allerdings sei Österreich schlecht im Bewerten von guten und schlechten Ideen. Viele Erfindungen, wie die Näh- oder Schreibmaschine, entstanden in Österreich, aber kaum Innovationen. Österreich müsse lernen, auch noch unausgereiften Ideen ein sicheres psychologisches Umfeld zu schaffen, damit diese wachsen können. Auch Astrid Weber von Google hat Linz als kreative Stadt kennengelernt und ist davon überzeugt, dass es nicht nötig ist, Silicon Valley zu 'klonen'. "Man muss sich eher die Frage stellen: Wo kommen wir her? Worin sind wir gut? Und welche Inputs können wir uns von extern holen, um uns selbst voranzutreiben", so Weber.

Virtual Reality Playground
"Spielerisch zu neuen Denkansätzen" - getreu diesem Motto wurden die Magazine der Tabakfabrik nach dem offiziellen Part zu einer großen innovativen Networking- und Experimentierarena. Im 'Virtual Reality Playground' - in Kooperation mit der FH Hagenberg - bekamen die Besucher Einblick in unterschiedliche Virtual Reality-Welten sowie einen Ausblick in die Zukunft, wie diese unser Leben verändern werden. Weiters bot sich die Möglichkeit, erstmals die neue Virtual Reality Brille von HTC Vive auszuprobieren.
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