03.07.2016, 06:11 Uhr

"Irgendwann im Küstenland" lockt ins schöne Friaul

Christine Casapicola schickt den Leser auf eine spannende Reise durch das Friual und die Gegend rund um Cormons, Görz und Grado.

Christine Casapicola liefert mit dem zweiten Band die Fortsetzung von "Nächstes Jahr im Küstenland".

Die Linzerin Christine Casapicola lässt auf "Nächstes Jahr im Küstenland" die Fortsetzung "Irgendwann im Küstenland" folgen. Den Leser erwartet eine spannende Reise in die vertraute Fremde des k. u.k. Küstenlandes. Eindrucksvoll wird der Alltag einfacher Menschen wie einem Müller aus dem Collio oder dem letzten Matrosen der k.u.k. Marine geschildert. Anhand von 15 Erzählungen präsentiert die Autorin ein vielschichtiges Bild von Menschen aus einer längst vergangenen Zeit, als das Teile des Friauls und Sloweniens das Kronland Küstenland bildeten mit florierenden Städten wie Görz, dem Nizza Altösterreichs oder Grado, einem mondänen Badeort an der oberen Adria.

Auf ihrer friulanisch-slowenisch-österreichischen Spurensuche durch das Küstenland präsentiert die Autorin keine fachwissenschaftlich-historische Abhandlung, sondern einen kultur- und gesellschaftsgeschichtlen Zugang, um das Leben in dem einst so bunten und prosperierenden Kronland zu schildern. "Der Leser wird auf eine Reise durch unbekannte Täler in den Julischen Alpen bis zur Halbinsel Piran geschickt. Mit Blick auf das, was die Menschen mit ihrer Hände Arbeit der Natur abgewinnen - Wein, Honig, Fisch, Salz, Knoblauch und mehr. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Entenjäger aus der Lagune von Grado, ein findiger Müller aus dem Collio sowie der letzte Matrose der k.u.k. Marine", sagt Christine Casapicola.

Vor allem die Lage des Küstenlandes, insbesondere der Gegend rund um Grado, Cormons und Görz, an einer kulturellen Grenze zwischen deutschter, italienischer und slowenischer Kultur machte dieses Kronlad zu einem Vielvölkerstaat im Kleinen. "Furchtbare Kriege, nationalistische Verfälschungen der Geschichte und willkürliche Grenzziehungen haben die multikulturelle Identität des ehemaligen k. u. k. Küstenlandes in Vergessenheit geraten lassen", schreibt etwa der Verleger und Germanist Hans Kitzmüller im Nachwort von "Irgendwann im Küstenland".

Schon nach wenigen Seiten wird deutlich, dass es der Autorin nicht darum geht, ein verklärendes Bild des alten Österreichs zu formen, sondern

das kulturelle und ethnische Miteinander in dieser Region hervorzuheben, in der das Verbindende über dem Trennenden stand.


Zum Buch:

Irgendwann im Küstenland
Verlag Braitan
24,00 Euro; erhältlich in Linz bei Fürstelberger (Landstraße)
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