25.05.2016, 11:57 Uhr

Eine Linzerin auf der Architektur-Biennale

Das Postverteilerzentrum wurde im Vorjahr auch als Transitquartier für Flüchtlinge genutzt. (Foto: Sigrid Rauchdobler)

Als einzige österreichische Fotografin ist Sigrid Rauchdobler heuer bei der Ausstellung "Time – Space – Existence" bei der Biennale in Venedig vertreten. Sie zeigt Fotos vom Postverteilzentrum in Linz.

Im Rahmen der 15. Internationalen Architektur Biennale in Venedig präsentiert die GlobalArtAffairs Foundation mit dem European Cultural Center die Ausstellung „Time – Space – Existence“. Neben Architekten stellen dort auch rund 20 eingeladene Fotografen aus aller Welt aus. Darunter ist auch die Linzer Architekturfotografin Sigrid Rauchdobler. Sie ist als einzige österreichische Fotografin mit dabei und präsentiert ihre Werke im prestigeträchtigen Palazzo Mora bis 27. November 2016. Bei der Ausstellung werden nicht weniger als 200.000 Besucher erwartet.

Verschiedene Blickwinkel

Time, Space und Existence – Zeit, Raum und Existenz – sind fundamentale Menschheits-Themen. Die Organisation GAA-Foundation hat der Ausstellung nicht zufällig diesen Titel gegeben: „Mit ihren Projekten beeinflussen Architekten die Weise, wie Menschen ihre Umgebung wahrnehmen. Sie beeinflussen unsere tägliche Existenz und hinterlassen eine Spur auf der Erde von eben dieser Zeit.“ Architekturfotografen, die dieses Jahr zum ersten Mal zur Ausstellung eingeladen wurden, fangen diesen bestimmten Raum in dieser bestimmten Zeit ein und haben dabei, wie die Architekten auch, verschiedene Blickwinkel und Herangehensweisen.

Emotionen auslösen

Die Fotografien, die Sigrid Rauchdobler in der Lagunenstadt präsentieren wird, zeigen die Räume des Postverteilzentrums in Linz. „Ich mag Räume im Zwischenstadium, vorm Umbauen oder einer Neuverwendung, sie strahlen eine ganz eigene Atmosphäre aus. Zudem ist das Postverteilzentrum Linz ein traumhafter Ort für einen Architekturfotografen“, erklärt sie ihre Auswahl. Die Fotos werden auf einer fünf Meter langen Wand gehängt. „Ein sehr gutes Foto hat man dann gemacht, wenn das Foto für sich alleine stehen kann und ohne zusätzliche Erklärung Emotionen auslöst“, schildert Rauchdobler ihr Ziel. Zur Zeit der Aufnahmen im Juli 2015 war das Postverteilzentrum bereits stillgelegt. Kurz darauf quartierte sich das Ars Electronica Festival unter dem Motto „Post City – Lebensräume für das 21. Jahrhundert“ dort ein. Danach wurde das Gebäude als Transitquartier für Flüchtlinge benutzt, auch zu dieser Zeit entstanden zwei Bilder für die Serie.

In New York Times vertreten

Die 46-jährige Linzerin arbeitet seit 2008 selbstständig als Fotografin und hat sich auf Architektur-, Baubegleitungs- und Industriefotografie fokussiert. Ein großes Projekt, das ihre Fotos sogar in die renommierte New York Times brachte, war das Musiktheater am Volksgarten. „Wenn du es in unserer bilderüberfluteten Zeit schaffst, dass sich Menschen dein Foto merken, dann hast du gut gearbeitet.“ Was dabei vollkommen unbemerkt bleiben müsse sei, wie viel Arbeit hinter einem Foto steckt.
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