18.05.2016, 20:00 Uhr

„Linz besteht zu 50 Prozent aus Grünland“

Unberührte Natur kann man in Linz entdecken, etwa in den Auwäldern im Süden der Stadt. (Foto: Botanischer Garten)

Grün- und Freiräume bestimmen zu einem wesentlichen Teil die Lebensqualität in einer Großstadt.

Wer Linz noch als graue Industriestadt kennt, mag es kaum glauben: Heute zählt Linz zu den grünsten Städten Österreichs! „Linz ist in der glücklichen Situation, eine relativ gute Ausstattung mit großen Grünräumen zu besitzen. Rund 50 Prozent des Stadtgebiets sind als Grünland gewidmet“, weiß Friedrich Schwarz, Naturschutzbeauftragter der Stadt und Leiter des Botanischen Gartens sowie der Naturkundlichen Station.

Positive fürs Stadtklima

Natur in der Stadt verbessert die Luftqualität und das Stadtklima, mildert Hitzewellen und mindert den Lärm. Parks und Gärten fördern zudem den sozialen Zusammenhalt von Jung und Alt sowie unterschiedlicher Kulturen und die Identifikation mit dem eigenen Viertel. „Die innerstädtischen Grünanlagen sind Aufenthaltsorte und Treffpunkte für Menschen, deren Aktionsradius eingeschränkt ist, aber auch für Gäste der Stadt, die sich hier gerne aufhalten. Außerdem bleiben hier die Jahreszeiten erlebbar und sie sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen.“ Wissenschaftlich belegt sind laut Schwarz auch positive Effekte für die Gesundheit: Patienten in Krankenhäusern mit Blick ins Grüne werden signifikant schneller gesund als solche, die nur auf graue Wände schauen.

Neben dem großen gesellschaftlichen verfügt die urbane grüne Infrastruktur laut dem Experten aber auch über ökonomischen Wert: „Städtische Grünflächen, Parks und Wälder zählen zu den sogenannten ,weichen Standortfaktoren‘. Sie tragen wesentlich zur Wohlfühlqualität von Städten bei. Viele Firmen wählen ihre Niederlassungen auch dahingehend aus, wie es mit der ,Grünversorgung’ aussieht.“ Den Wert der Grünflächen hat daher auch die Stadtpolitik erkannt. Für die Öffentlichkeit stehen rund 400 Hektar Park- und Grünanlagen, kombiniert mit 103 Kinder- und Jugendspielplätzen sowie 700 Hektar Wald zur Verfügung. Dazu kommt, dass sich die Stadt Linz auch aktuellen Trends wie Urban Gardening öffnet, indem sie stadteigene Flächen für interessierte Bürger zur Verfügung stellt, wie etwa im Donaugarten in Alturfahr.

Unberührte Natur mitten in der Stadt

Der Experte bietet immer wieder Führungen durch den „Linzer Dschungel“ an: „Beim aufmerksamen Durchwandern der Stadt kann man überall ungestörte Natur entdecken.“ Naturkundlich äußerst interessant sind etwa Teile des Industriegebiets. Auf den verwilderten Gstätten und Brachflächen kann man laut dem Experten echte Raritäten der Tier- und Pflanzenwelt entdecken. Absolutes Natur-Highlight sind jedoch die Auwälder an Traun und Donau: „660 Hektar zusammenhängender, in weiten Teilen sehr naturnaher Auwald, der nach europäischen Kriterien geschützt ist und das in unmittelbarer Nähe zur Großindustrie – das hat nicht so schnell eine größere Stadt zu anzubieten. Darauf können wir in Linz stolz sein!“

ÖKO.L. für BezirksRundschau-Leser: Vierteljährlich gibt die Naturkundliche Station die Zeitschrift ÖKO.L heraus. Sie gilt als eine der renommiertesten Zeitschriften Österreichs für Naturschutz. Kostenlose Leseprobe für BezirksRundschau-Leser: 0732/7070-1862

Mehr Infos zur Naturkundlichen Station und zum Botanischen Garten (der übrigens auch ein wunderbar spannendes Kulturprogramm bietet) finden Sie auf www.linz.at/naturkundlichestation und www.linz.at/umwelt/botanischergarten
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