30.08.2016, 16:32 Uhr

Linz fördert 76 Stadtbauern

Franz Steininger ist Linzer Nebenerwerbslandwirt in fünfter Generation und führt den Betrieb seit 25 Jahren. Foto: Stadt Linz

Stadt Linz belohnt Linzer Stadtbauern für Landschaftspflege mit 90.000 Euro Förderung.

LINZ (jog). Die Stadt und der Bauernhof – diese beiden Begriffe haben nur auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Auf Linzer Gebiet bewirtschaften 130 Stadtbauern unter anderem Wälder, Äcker und Wiesen. Darunter befinden sich sogar rund 40 Bergbauern, die meisten davon in Urfahr. "Unsere Stadtbauern leisten durch Landschaftspflege einen wichtigen Beitrag zum Bodenschutz. Durch Ackerlandstreifen wird zum Beispiel verhindert, dass bei einem Wolkenbruch Wasser über die Hänge schießt", sagt Umweltstadträtin Eva Schobesberger.

Wichtiger Lebensraum
Die Stadt Linz schüttet deshalb jährlich einen Fördertopf in der Höhe von 90.000 Euro aus. "Die enorme Artenvielfalt in den Linzer Wäldern und auf den Wiesen ist zu großen Teilen den Stadtbauern zu verdanken. Bauern, die nicht vor dem 1. Juli mähen, ermöglichen etwa Bienen, Schmetterlingen, aber auch Niederwild wie Hasen oder Fasane einen idealen Lebensraum", sagt Friedrich Schwarz, Abteilungsleiter des Botanischen Gartens und der Naturkundlichen Station. Gefördert wird außerdem der Anbau von alten Obstbaumsorten. 76 Bauern haben heuer einen Antrag gestellt, maximal 5000 Euro werden pro Landwirt ausgegeben. "Dieser Beitrag mag nicht viel erscheinen, aber es betont die Wertigkeit unserer Arbeit. Wir sind zum Beispiel letztes Jahr alleine mit dem Traktor 500 Stunden gefahren", sagt Franz Steininger (49). Er bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Familie einen Hof mit 16 Kühen und Kälbern in fünfter Generation. Hauptberuflich betreibt er ein Wanderkino, mit dem der unter anderem in Schulen unterwegs ist. Zunehmender bürokratischer Aufwand macht ihm zu schaffen: "Jeder Holzverkauf, jedes Kalb muss registriert werden. Es muss gemeldet werden, wann wir die Tiere auf die Weide schicken. Das kostet natürlich sehr viel Zeit." Vor zwei Jahren hat Steininger seine Landwirtschaft auf Bio-Betrieb umgestellt. Er hat Glück: Sein Sohn Alexander wird den Bauernhof in Urfahr weiterführen.
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