02.05.2016, 10:00 Uhr

"Stillstand, Elend, Lebensfreude"

Christina Mos ist inzwischen selbst Mitglied des Linzer Vereins Daraja. Foto: Mos

Die Linzerin Christina Mos hat mittels Praktikum Einblicke in die Entwicklungsarbeit in Kenia bekommen.

LINZ (jog). In Emali, einer kenianischen Ortschaft an der Mombasa Road, der wichtigsten Verbindung zwischen Nairobi und Mombasa, floriert die Prostitution. Überdurchschnittlich viele Menschen sind mit den HI-Virus infiziert oder bereits an Aids erkrankt. Die Linzerin Christina Mos verbrachte hier kürzlich ein vierwöchiges Auslandspraktikum. Sie studiert Soziale Arbeit an der FH Linz und schloss sich gemeinsam mit ihrer Kollegin Alexandra Schürz einem Hilfsprojekt an, das aus einer Kooperation zwischen dem österreichischen Verein "Daraja" und der kenianischen Organisation "Mount Zion" entstanden ist. Mittels Streetwork sollen Menschen für das Thema HIV bzw. Aids sensibilisiert und über die Möglichkeiten einer Testung informiert werden. Die Mitglieder des Projektes organisieren sich in Selbsthilfegruppen, die von professionellen Mitarbeitern begleitet werden. Zudem stehen eine Klinik mit kostenloser Versorgung, Alphabetisierungs- und Rechenkurse, aber auch Trainings für Mitglieder zur Verfügung.


Von den Menschen inspiriert

"Oft kann wenig von dem Richtigen das zum Wachsen bringen, was unendlich viel Leid nicht geschafft hat, im Keim zu ersticken. Nur so kann ich mir die unglaubliche Stärke und bemerkenswerte Leichtigkeit erklären, die die Menschen hier bewahrt haben", so Mos. Die Linzer Studentin war schon länger an einem Auslandspraktikum interessiert. Ein Infoabend bei Daraja hat sie endgültig überzeugt, nach Kenia zu gehen: "Ich hatte etwas Geld gespart, das ich eigentlich für meinen Umzug in eine andere Wohnung brauchte, war aber so inspiriert, dass ich beschloss in Kauf zu nehmen, längere Zeit spärlich eingerichtet zu wohnen, um mir aber diese Chance nicht entgehen zu lassen", so die Studentin. Beeindruckt habe sie besonders die Hingabe der Kollegen vor Ort. Das Projekt hilft Menschen, auch wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen. So werden den Mitgliedern etwa landwirtschaftliche Fertigkeiten vermittelt, oder der Aufbau eines eigenen Geschäfts wird unterstützt. Haben sie entsprechende Kurse besucht, können sie Mikrokredite beantragen. Der Alltag von Christina Mos war von vielfältigen Aufgaben geprägt: "Wir hielten drei Gruppensitzungen zum Thema Sparen ab. Außerdem waren wir auch in den Lösungsprozess eines Gruppenkonfliktes eingebunden." Zudem verbrachte sie sehr viel Zeit mit einer Kinder-Selbsthilfegruppe. "Oft sind diese Kinder Waisen und auf Unterstützung angewiesen. Es ist wichtig bei den Jüngsten zu beginnen, auch weil sie die nächste Erwachsenengeneration sind."

Der Verein Daraja
Daraja (Suaheli für "Brücke") ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und ehrenamtlich tätiger Verein in Linz, der aktuell besonders in Kenia Entwicklungshilfe leistet.

Spendenkonto:
IBAN: AT60 2032 0321 0008 1648
BIC: ASPKAT2LXXX
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.