24.05.2016, 16:40 Uhr

Workshops sollen Kinder stärken und Gewalt verhindern

Gewalt gegen Kinder und Frauen ist immer noch ein Tabuthema. Eigene Schul-Workshops sollen Mädchen in Linz stärken. (Foto: Georg Preissl/Fotolia)

Städtisches Frauenbüro setzt einen Schwerpunkt bei Gewaltprävention in den Linzer Pflichtschulen.

Jede fünfte Frau in Österreich erlebt als Erwachsene körperliche oder sexuelle Gewalt. Opfer kann jede werden, unabhängig von Alter, Bildungsstatus oder Herkunft. Dennoch ist Gewalt gegen Frauen immer noch ein Tabuthema. Damit sich das ändert und Frauen und Mädchen künftig gestärkt werden, setzt das Frauenbüro der Stadt Linz einen Schwerpunkt auf Gewaltprävention in den Linzer Pflichtschulen. Gemeinsam mit dem autonomen Frauenzentrum aFZ sowie den Vereinen PIA und safer internet werden altersgerechte Workshops angeboten. "Damit wollen wir erreichen, dass Mädchen ihre Rechte gleichberechtigt wahrnehmen können. Aufklärung und Sensibilisierung sind wichtige Schritte, um Gewalt vorzubeugen", sagt Frauenstadträtin Eva Schobesberger.


Wissen und Bewusstsein stärken

90 Prozent aller Gewalttaten passieren im nahen sozialen Umfeld, in der Familie oder in der Partnerschaft. Daher ist nicht der finstere Park der gefährlichste Ort für die Betroffenen, sondern das eigene Zuhause. Themen wie "Nein sagen" und "gute und schlechte Geheimnisse" stehen daher im Mittelpunkt der Workshops für Volksschüler, von denen heuer 17 geplant sind. Ziel ist es, das Wissen und Bewusstsein der Kinder zu stärken, damit sie sich selbst besser schützen können. Der Workshop für die 1. und 2. Klasse Neue Mittelschule heißt "Wenn sich alles verändert" und fokussiert sich auf die erste Liebe, Beziehungen und Rollenbilder. Für 2016 sind acht Workshops in Linzer Schulen geplant.


Gefahr im Netz

Gefahr droht aber auch aus dem Internet. Die Schüler der 2. und 3. Klasse Neue Mittelschule erfahren daher in 20 Workshops alles Wissenswerte über die Gefahrenpotenziale der Neuen Medien. Anhang praktischer Übungen direkt am Computer wird etwa recherchiert, ob unangemessene Bilder im Netz kursieren und es werden die Sicherheitseinstellungen für Facebook oder Instagram überprüft und gegebenenfalls geändert. Behandelt werden auch Themen wie grooming, also die Kontaktanbahnung Erwachsener, die sich als Gleichaltrige ausgeben, oder sexting, das Versenden anzüglicher (Nackt-)Bilder, die gegen den eigenen Willen veröffentlicht werden können.

Aufklärung in geschütztem Rahmen

Der Workshop „Mit uns nicht“ wird seit 2013 für Schülerinnen der 4. Klasse Neue Mittelschule und Polytechnischen Schule angeboten. Im Mittelpunkt stehen Informationen und Aufklärung über Gewalt, das Wahren persönlicher Grenzen und das Benennen eigener Bedürfnisse. Anhand von Übungen werden die Teilnehmerinnen in ihren Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Grenzüberschreitungen gestärkt. In geschütztem Rahmen werden sie über unterschiedliche Formen von Gewalt, vor allem über sexuelle Gewalt in Zusammenhang mit K.O.-Tropfen, aufgeklärt. Selbstverständlich können auch Fragen gestellt und Erfahrungen ausgetauscht werden. Information und Aufklärung kann nicht nur das Selbstbewusstsein der Mädchen stärken, sondern auch vor sexuellen Übergriffen schützen. Im Jahr 2016 werden 25 Workshops angeboten.

Persönlichkeit stärken

Besonders begehrt sind auch Plätze in den Selbstverteidungskursen des Frauenbüros, die gemeinsam mit dem autonomen Frauenzentrum angeboten werden. Die Trainerinnen vom Verein Drehungen vermitteln, wie die Kräfte des Körpers genutzt und ohne sportliche Vorkenntnisse im Alltag eingesetzt werden können. Die Technik wurde von Frauen speziell für Frauen und Mädchen entwickelt. Die sechs Kurse für 2016 sind bereits ausgebucht. Interessentinnen können sich jedoch auf die Warteliste setzen lassen: 0732/602200-0
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