14.09.2016, 16:00 Uhr

"Bin leider kein Popstar"

Lorenz Potocnik hat seine Ziele korrigiert und hält Christian Forsterleitner für den idealen Bürgermeister. (Foto: Grüner)
StadtRundschau: Die Eisenbahnbrücke ist abgetragen und mittlerweile im Linzer Hafen. Sie beschäftigen sich immer noch intensiv damit. Warum?
Weil es mir nicht wurscht ist. Bürgermeister Klaus Luger hat höchstpersönlich versprochen den dritten Bogen weiterzuverarbeiten. Da haben sich Hunderte Menschen in einem Wettbewerb Gedanken darüber gemacht, wie man das am besten machen kann. Und jetzt ist das Ding unwiederbringlich kaputt. Pikanterweise hat die Weiternutzung aber die SPÖ selbst immer angetrieben. Jetzt wurden inklusive Ideenwettbewerb insgesamt mehr als 100.000 Euro dafür ausgegeben und es passiert nichts. Das ist in Zeiten von knappen Kassen unverantwortlich.
Die Weiternutzung wäre aber noch bedeutend teurer.
Das ist grundsätzlich richtig. Deswegen waren wir ja auch von Anfang an gegen eine Weiternutzung. Die Sache ist die: Luger hat das damals als Trostpflaster genommen, um die Umfrage zu gewinnen. Er hat damit vorsätzlich etwas versprochen, was nicht zu halten war. Diese 100.000 Euro wurden jetzt investiert, um am Papier Wort zu halten. Und wenn die Brücke drei Jahre im Hafen ist, wird sich dann keiner mehr aufregen. Ich weiß, dass das die meisten Menschen nicht interessieren wird, aber es geht mir um politische Hygiene.
Eine Frage zu Ihrer politischen Funktion: Sie sind NEOS-Gemeinderat und NEOS-Fraktionsobmann in Linz. Aber kein Parteimitglied, da Sie vor einem halben Jahr ausgetreten sind. Wie viel NEOS sind Sie jetzt eigentlich noch?
Die Realität zeigt, dass es an meiner Arbeit nichts ändert. Ich betrachte mich als mehr NEOS als einige andere.

Vor der letzten Gemeinderatswahl haben Sie angekündigt, 2021 Bürgermeister zu werden. Ist das haltbar?
Es lebe der sportliche Ehrgzeiz, aber das wird es nicht spielen. Ich bin kein Popstar wie zum Beispiel Jon Gnarr in Island, um so etwas zu schaffen. Mein Ziel ist nachjustiert, und das ist der Einzug in die Stadtregierung. Es sollte der Christian Forsterleitner Bürgermeister werden. Er hat das Potenzial, gute Chancen und ich würde mir das auch wünschen. Eine andere Generation denkt auch anders.

Was konnten Sie bisher im Gemeinderat bewegen?
Dank zweier Anträge von uns gibt es in Ebelsberg ein kooperatives Verfahren. Das heißt, es gibt dort eine externe Prozesssteuerung, wo die besten Planungsbüros gemeinsam mit den Genossenschaften und der Stadt die städtebaulichen Rahmenbedingungen erarbeiten. Das ist revolutionär. Ebelsberg ist damit am besten Wege, ein richtiger Stadtteil zu werden. Zudem ist einer erster Prototyp der "Road Diet" am Laufen, wo die Straßen schmaler und die Gehsteige breiter und grüner werden. In der Dinghoferstraße könnte das schon 2017 umgesetzt werden. Und ganz wichtig: Die Zukunftswerkstatt ist im Ausschuss. Dabei sollen mehrere Menschen zeitlich begrenzt und unabhängig, innovative Ideen für Linz entwickeln.
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