30.08.2016, 15:04 Uhr

"Politik ist Kreativität"

Vizebürgermeister Detlef Wimmer setzt sich hohe Ziele und will nicht zu lange in derselben Position verharren. (Foto: Michael Hintermüller)

Der Linzer FPÖ-Chef Detlef Wimmer spricht über seine politischen Ambitionen und Rechtspopulismus.

StadtRundschau: Sie waren der jüngste Linzer Stadtrat, sind jetzt jünger Linzer Vizebürgermeister. Werden Sie auch der jüngster Bürgermeister der Stadt sein?
Detlef Wimmer: Der jüngste Bürgermeister war Franz Dobusch und das geht sich ohne vorgezogene Wahlen nicht aus. Aber ich sehe das nicht als Wettbewerb, etwas besonders schnell zu erreichen. Es geht auch darum, was man dann daraus macht.

Sie haben aber tatsächlich eingeplant, bei der nächsten Wahl Bürgermeister zu werden?
Jeder, der in Linz mitwirkt, muss auch danach streben, möglichst viel zu erreichen. Man muss aber auch die Kirche im Dorf lassen und von der Position, an die man vom Wähler hingewählt wurde, seine Aufgaben gescheit macht. Dem Wähler kommt‘s nicht drauf an, was bei jemandem auf der Visitenkarte steht, sondern was unterm Strich herauskommt.

Sie sind unter anderem zuständig für das Sicherheitsressort, den Ordnungsdienst, und die Einnahmen im Finanzressort. Haben Sie einen besonders ausgeprägten Sinn für Recht und Ordnung?
Wenn man ein juristisches Studium absolviert hat, ist man natürlich mehr auf der Schiene, dass es gewisse Vorschriften und Regeln gibt. Das ist eine gewisse Denkschule, die man erlernt. Das ist aber auch durch die Ressorts zu einem gewissen Grad vorgezeichnet.

Man muss sich aber auch für die Ressorts entsprechend begeistern.
Ganz genau. Es macht Sinn, wenn man ein möglichst rundes Bild hat. Jeder hat andere Stärken und Schwächen. Somit sollte man aus dem was man hat das Bestmögliche herausholen.

Wie hat sich der Aktionsspielraum der FPÖ verändert seit den starken Zuwächsen bei der letzten Wahl?
Es ist gleichzeitig einfacher und schwieriger geworden. Einfacher, weil man mit mehr Ressorts automatisch mehr Themen hat, die man an die Öffentlichkeit bringen kann, bei denen man etwas umsetzen und anpacken kann. Andererseits, je mehr man hat, desto mehr muss man auch Verantwortung wahrnehmen. Es ist ja nicht damit getan, dass man eine Aussendung zu einem Thema macht und den Applaus einheimst, sondern es muss auch umgesetzt werden. Also mehr Chancen, aber auch mehr Risiken.

AfD, Front National und Co., Rechtspopulisten sind überall am Vormarsch. Wie sieht das aus der Perspektive jener aus, die dabei laufend in der Kritik stehen?

Ich halte das für ein Argument schlechter Verlierer, die einfach die Schuld beim Wähler suchen, nach dem Motto: Was habt ihr da gewählt? Das ist aber in einer Demokratie einfach zu akzeptieren. Wenn ich die Wähler nicht erreiche, müsste ich mir stattdessen überlegen, was ich anders machen muss, damit es wieder funktioniert.

Sehen Sie Ihre langfristige Zukunft in der Politik?
Im Amt als Berufspolitiker sollte man nicht jahrzehntelang dasselbe machen. Da würde die Kreativität darunter leiden. Und Politik ist zu einem wesentlichen Teil auch Kreativität. Wenn die Kreativität ganz wegbricht, indem man zum Beispiel 30 Jahre immer die gleichen Ressorts hat, dann könnte ich mir nicht vorstellen, dass die Qualität besser wird. Da gehört es auch dazu, dass man sich Überlegungen offen hält, wo man von der Politik nicht abhängig ist.
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