Pröll: Bund-Länder-Deal macht jetzt Lust auf mehr
Finanzminister macht nach großem Wurf bei der Pflege weiter Tempo
Mit 685 Mio. Euro wurde der Pflegefonds bis 2014 dotiert. Der Bund trägt davon zwar zwei Drittel, doch die Länder müssen nun eisern sparen.
BezirksRundschau: Die Pflegelösung wird als großer Wurf gefeiert, doch viele haben sich eine nachhaltige Lösung gewünscht.
Josef Pröll: Es hat Sinn gemacht, den Stabilitätspakt und den Pflegefonds gemeinsam zu verhandeln. Die Länder müssen ihre Sparziele bis 2014 einhalten, um gemeinsam den Staatshaushalt unter 3 Prozent zu bringen, und der Rechnungshof kann säumige Länder erstmals an die Kandare nehmen.
BRS: Ist ein blauer Brief nicht ein bisschen zahnlos?
Pröll: 15 Prozent der Fehlsumme, die ein säumiges Land zu verantworten hat, wird als Strafsanktion abgegeben. Das Geld erhalten die anderen Länder.
BRS: Will der Bund jetzt auch bei der Spitalsreform den Takt vorgeben?
Pröll: Wir haben gezeigt, dass wir auf Bundesseite und mit Josef Pühringer an der Spitze der Landeshauptleutekonferenz kompromissfähig sind. Die Pflegelösung soll ein Beispiel für andere Bereiche sein. Sie ist ein Anstoß und macht Lust auf mehr.
BRS: Woher nimmt der Bund plötzlich 457 Mio. Euro allein für den Pflegefonds?
Pröll: Durch die Krisenbewältigung haben wir uns Freiräume erarbeitet. Pflege ist für mich ein Top-Thema des Vertrauens. Daher gebe ich das Geld lieber hier aus als für unsinnige Projekte.
BRS: Wo würden Sie dann die Heeresdebatte einreihen?
Pröll: Ich bin nicht bereit, so wie es der Verteidigungsminister sieht, viel mehr Geld für weniger Sicherheit auszugeben.
von Karin Strobl
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