16.06.2016, 08:54 Uhr

"Boxen hat dunkle Zeit überwunden"

Gerald Hirsa (2.v.r) und seine Boxer laden am 9. Juli zum Steelfists-Cup in der Pestalozzistraße ein.

Im Linzer Süden hat der Boxklub Linz eine Heimat gefunden. Rund 80 Boxer trainieren regelmäßig.

LINZ (rbe). Wladimir Klitschko und Tyson Fury sind die Superstars der Box-Szene auf unserem Planeten. Zwar nicht ganz so berühmt, aber nicht weniger spektakulär wird im Linzer Süden geboxt. Genauer genommen in Kleinmünchen. Ein alter Bau aus dem letzten Jahrhundert erweckt den Eindruck, als wäre man in einem Hinterhof einer englischen Großstadt wie Manchester oder Liverpool geraten.
"Wir finden hier super Bedingungen vor", beruhigt Box-Trainer Gerald Hirsa. Die Tage wilder Szenen in alten Industriehallen oder Kellern sind längst vorbei. "Der Boxsport hatte lange Zeit etwas Ruchiges, stand zwischen zwei Welten, aber das ist heute kein Thema mehr. Diese dunklen Zeiten sind überwunden", erklärt Hirsa, der über seinen Papa Franz zum Boxen kam. "Das wurde mir in die Wiege gelegt", so Hirsa, der im HR-Bereich einer großen Industrieofenbaufirma tätig ist und zwei Mal pro Woche das Training leitet.

Boxer sind auf gutem Weg

"Für uns war es wichtig, dass wir eine Heimat gefunden haben. Hier in Kleinmünchen können wir nicht nur Wettkämpfe abhalten, sondern auch ordentlich trainieren", sagt Hirsa, während in der Halle geboxt wird und einem der Geruch von Schweiß in die Nase steigt.

Spannende Entwicklung
"Früher war das Boxen ein Arbeitersport. Davon sind wir heute aber weit entfernt. Ich bin für das sogenannte Fitness-Boxen im Verein zuständig. Da haben wir primär Akademiker und leitende Angestellte als Klientel. Dazu erfüllen wir auch einen gesellschaftlichen Beitrag, trainieren bei uns doch viele Jugendliche mit Migrationshintergrund. Das Miteinander funktioniert jedenfalls schichtübergreifend", so Hirsa, der aber betont: "Wer glaubt, er kann hier einfach ein wenig durch die Luft schlagen, hat bei uns nichts verloren."

Manager-Boxen kommt
"Um konkurrenzfähig zu sein, müssen wir versuchen, unser Profil zu schärfen. Ab Herbst wollen wir das Manager-Boxen einführen. Plan ist, dass man über drei Monate drei Mal pro Woche trainiert und am Ende ein Kampf im Rahmen eines Turnieres stattfindet. Dazu gibt es ein Kampfvideo", so Hirsa, der neben seiner Vereinstätigkeit im nationalen Boxverband im Vorstand sitzt.

Livestream im Internet
Beim Steelfists Newcomer Cup am 9. Juli werden die Kämpfe nicht nur im Internet unter www.sportonline.tv übertragen, sondern auch Zuseher sind in Kleinmünchen gerne willkommen, um den Athleten auf die Fäuste zu blicken.
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