26.04.2016, 14:44 Uhr

"Ich versuche den Moment zu genießen"

Georg Margreitter (l.) hat beim 1. FC Nürnberg Fuß gefasst und zählt beim "Club" zu den Stammspielern. (Foto: Pumann)

Interview von Herbert Pumann

StadtRundschau: Georg, Sie waren in der Saison 2009/2010 beim damaligen Bundesligisten LASK Linz mit 20 Jahren jüngster Kapitän in der Geschichte der Österreichischen Bundesliga. Welche Erinnerungen haben Sie an Ihr Jahr bei den Athletikern und an Linz?
Georg Margreiter: Ich war erst frisch im Profigeschäft und habe daher viele Erfahrungen sammeln können. Mir wurde vom damaligen Trainer viel Vertrauen geschenkt, was in diesem Alter sicher nicht alltäglich ist, schon gar nicht bei einem Traditionsverein wie dem LASK. Die Fankultur rund um diesen Verein hat mich immer beeindruckt, die ganze Region ist schwarz-weiß. Die Saison war durchwachsen, nicht zuletzt wegen einer langwierigen Knöchelverletzung. Alles in allem blicke ich mit positiven Gefühlen zurück an meine Zeit in Linz, ich habe dort sehr gerne gelebt und gespielt.

Welche Verbindungen und Kontakte haben Sie noch nach Linz und zum LASK und wieweit verfolgen Sie dessen sportliches Geschehen?
Ich fühle mich auf eine gewisse Art heimisch in Linz und war seit meiner LASK-Zeit ein paar Mal dort. Die Spiele des LASK verfolge ich nach wie vor via Live-Ticker und ich würde mich sehr über einen Aufstieg in die Bundesliga freuen.
Sie hatten einen langen Weg mit verschiedenen Vereinen hinter sich, ehe es Ende August 2015 zum deutschen Traditions- und Zweitliga-Klub 1. FC Nürnberg ging, wo Sie nun sogar um den Aufstieg in die 1. Bundesliga mitspielen. Lacht für Sie nach der Odyssee der letzten Jahre nun endlich die "Fußball-Sonne" und wie schätzen Sie Ihre jetzige Situation als immerhin Stammspieler beim "Club" ein?
Mein Leben war etwas turbulent in den letzten Jahren, es gilt allgemein als schlechtes Zeichen, wenn ein Spieler so oft den Verein wechselt und trotzdem bin ich zufrieden mit meinem Werdegang. Ich habe mit 27 Jahren in vier Ländern Profifußball gespielt, durfte die Kulturen kennenlernen und bin als Mensch und Spieler gereift in dieser Zeit. Jetzt in Nürnberg fühle ich mich pudelwohl, ich schätze es, ein Teil einer funktionierenden Mannschaft zu sein und bin sehr dankbar für die Chance, die ich hier bekommen habe.

Sie haben sich mit konstanten Leistungen als Innenverteidiger ein Stammleiberl beim Club verdient. Wie lauten die nächsten Ziele? Machen Sie sich auch noch Hoffnung, auf den EM-Zug von Österreich aufzuspringen, zumal Sie ja bereits zum Team-Kreis gehört haben und in diversen Nachwuchsmannschaften des ÖFB gespielt haben?

Im Fußball geht alles so schnell, vor einem Jahr war ich noch im fußballerischen Niemandsland und jetzt spiele ich regelmäßig für einen Traditionsverein in Deutschland. Ich versuche daher, den Moment zu genießen, jeden Tag an mir zu arbeiten und mir nicht allzu viele Gedanken über verschiedene Szenarien zu machen.
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