28.04.2016, 07:05 Uhr

Da die Zahl der Krankenstandstage seit 1999 gesunken ist, kontert die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) dem Gerede vom Krankenstandsmissbrauch!

Und weil psychische Erkrankungen viel Leid, hohe Kosten und sehr lange Krankenstände erzeugen, fordert die AK OÖ, dass die Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz und vor allem die Umsetzung der daraus folgenden Maßnahmen unbedingt ernst genommen werden! Foto: Ivica Stojak, honorarfrei!
Linz: Arbeiterkammer OÖ | Obwohl sich die Zahl der psychischen Erkrankungen in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat, sind die Krankenstandstage seit 1999 gesunken. Waren die Beschäftigten in Oberösterreich vor 17 Jahren noch durchschnittlich 15,7 Kalendertage pro Jahr krank, so waren es im Vorjahr nur noch 12,9 Tage.

Und gerade diese Entwicklung steht laut einer entsprechenden Presseaussendung der AK OÖ vom 26. April 2016 in einem klaren Gegensatz zu den Behauptungen der Wirtschaftskammer. Aus diesem Grund will die AK OÖ auch die Unternehmen in die Pflicht nehmen, die Evaluierung der psychischen Belastungen ernst zu nehmen und die daraus abgeleiteten Maßnahmen umzusetzen.

Während die Zahl der bei der OÖ. Gebietskrankenkasse Versicherten zwischen 1999 und 2015 von 472.542 Beschäftigten um 17,7 Prozent auf 555.928 gestiegen ist, ist die Zahl der Krankenstandstage im selben Zeitraum um 3,27 Prozent gesunken. Die Arbeitnehmer/-innen in Oberösterreich sind nur noch durchschnittlich 12,9 Kalendertage pro Jahr krank, 1999 waren es noch 15,7 Tage.

Die Krankenstände aufgrund psychischer Erkrankungen steigen ebenfalls weiter. Und da sie sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt haben, ist diese Entwicklung sehr dramatisch. Denn Zeitdruck, zu wenig Personal und wenig autonomer Gestaltungsspielraum für die eigenen Arbeitsaufträge machen Menschen immer mehr krank.

Auch bei den psychischen Erkrankungen bleibt der schon oben erwähnte Verdacht, dass Viele arbeiten gehen, obwohl auskurieren oder eine Therapie besser wären. Erhärtet wird dieser Verdacht konkret durch massiv steigende Verschreibungen von Antidepressiva. 2005 wurden 528.771 Medikamente verschrieben, die 10,5 Millionen Euro kosteten, 2015 waren es schon 758.736 Verschreibungen mit Kosten in der Höhe von 11,5 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung der Verschreibungen um mehr als 43 Prozent, also deutlich mehr, als der Beschäftigtenstand angestiegen ist.

Und weil psychische Erkrankungen viel Leid, hohe Kosten und sehr lange Krankenstände erzeugen, fordert die AK OÖ, dass die Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz und vor allem die Umsetzung der daraus folgenden Maßnahmen unbedingt ernst genommen werden.
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