28.06.2016, 15:24 Uhr

Junge Forscher an der JKU untersuchten

Die junge Forschergruppe mit Professor. (Foto: privat)
Junge Forscher der JKU Linz analysierten die deutschsprachige Medienlandschaft rund um das Thema Flucht und Asyl. Es wurden vor allem die Vorfälle des am türkischen Strand gefundenen Buben Aylan Kurdi, die Bein stellende Kamerafrau Petra Laszlo und  dem Kühl-LKW auf der Ost-Autobahn in den Fokus der Forschung gestellt.
Linz. Im Rahmen einer Lehrveranstaltung an der Johannes Kepler Universität in Linz beschäftigten sich Studierende der Sozialwirtschaft zwei Semester lang mit dem medialen Diskurs in Bezug auf die aktuelle Flüchtlingsthematik. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in einem umfangreichen Forschungsbericht festgehalten. Um einen tieferen Einblick in das Forschungsgebiet zu erhalten, wurden Interviews mit verschiedenen Personengruppen durchgeführt. Zum Beispiel wurden die Meinungen von PassantInnen auf der Linzer Landstraße eingeholt und ausgewertet.
Den befragten Personen wurde das Bild des toten Aylan Kurdi gezeigt. Auffällig ist, dass das Bild dabei die Meinung über Flüchtlinge nicht ändern konnte. Nur etwa jede vierte befragte Person fand es richtig oder eher richtig, dass das Bild des toten Flüchtlingsjungen in den Medien veröffentlicht wurde. Gleichzeitig gaben sie als vermutete Ziele der Veröffentlichung dieses Bildes durch die Medien vor allem „Mitgefühl“ und „Wachrütteln wollen“ an.
Des Weiteren wurde die Flüchtlingsversorgung der Zivilgesellschaft am Linzer Hauptbahnhof untersucht, indem einige ErsthelferInnen interviewt wurden. Am ersten Tag waren nur vereinzelt Menschen vor Ort, die vor allem durch soziale Netzwerke erfuhren, dass viele Schutzsuchende ankamen und schlecht versorgt waren. Es wurde versucht, so gut wie möglich zu helfen und viele der freiwilligen HelferInnen waren bis mitten in der Nacht am Bahnhof, um auch den Menschen in den letzten Zügen Unterstützung anzubieten. Es etablierte sich in relativ kurzer Zeit eine funktionierende Struktur, wobei sich ein großer Tätigkeitsbereich am Bahnsteig selbst befand. Dort wurde die Versorgung der mit dem Zug reisenden Flüchtlinge übernommen, indem diverse Versorgungsartikel wie Lebensmittel und Hygieneartikel in die Züge gebracht wurden.
Es war für die HelferInnen bemerkenswert zu sehen, wie gut die Verteilung zwischen den Flüchtlingen funktionierte. Es wurden Schlangen im Zug gebildet, um die Versorgungspakete nach hinten weiterzugeben und es fielen seitens der Schutzsuchenden oft Sätze wie “zuerst für die Kinder und Frauen”. Eine weitere Aufgabe bestand darin, sich um das Lager zu kümmern und Spenden entgegenzunehmen. Außerdem gab es Personen, die als ÜbersetzerInnen tätig waren sowie Personen, welche die Betreuung einzelner Facebook Gruppen übernahmen, durch die die gesamte Hilfsaktion organisiert wurde. Bedeutend an dieser Aktion war vor allem, dass die Hilfe nur von Freiwilligen ausging und organisiert wurde.
Am 4. Juli um 18:00 werden die StudentInnen dieses Projekts live bei Radio Fro über die Ergebnisse ihrer Arbeit interviewt.
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