Pendlerhilfen neu berechnen

Lukas Mandl (Foto: Foto: öaab)
Arbeitnehmer-Bund fordert mehr Steuererleichterung für Angestellte

Selbstständige können das Kilometergeld großteils absetzen. Das soll jetzt auch für Arbeitnehmer gelten, fordert ÖAAB-Generalsekretär Mandl.
WIEN (kast). Die Arbeitswege, die Pendler in Österreich fast täglich zurücklegen, werden immer länger. Erwerbstätige nehmen, um einen gesicherten Arbeitsplatz zu halten, teils sehr lange Wegstrecken auf sich.
Während Selbstständige ihre Fahrten fast zur Gänze bei der Steuer absetzen können, steht Arbeitnehmern nur die Pendlerpauschale (ab 20 Kilometern in eine Richtung) zur Verfügung. Mehr als 850.000 Österreicher pendeln täglich. Laut dem Finanzministerium werden dadurch im Jahr um die 800 Millionen Euro geltend gemacht; mit insgesamt 300 Millionen Euro schlägt dieser Steuervorteil im Budget zu Buche.

Frauen als Verliererinnen
Diese Pendlerhilfen will der Arbeitnehmer-Bund jetzt neu berechnen lassen und vor allem vereinfachen. Denn Teilzeitkräfte, vor allem Frauen, sind bei der bisherigen Berechnung völlig benachteiligt, ärgert sich ÖAAB-Generalsekretär Lukas Mandl. Denn die Pauschale ist nur für jene möglich, die mindestens zehn Tage im Monat zur Arbeit fahren. Teilzeitkräfte erhalten daher die Unterstützung nicht.
Mandl fordert, dass auch die Unselbstständigen ein Fahrtenbuch führen und pro Kilometer 42 Cent absetzen dürfen. Das ist nur eine kleine Entschädigung für einen harten Arbeitsalltag, meint der ÖAABler. Er könne sich einen Steuerfreibetrag von mindestens 1000 Euro und mit maximal 6000 Euro gedeckelt vorstellen.
Schwieriger gestaltet sich die Pendlerhilfe neu für den urbanen Raum. Hier sind Distanzen von 20 Kilometern nicht Realität. Doch für die Städte hat Mandl ein Rezept: Gewährt der Arbeitgeber keinen Fahrtkostenzuschuss, so soll die vom ÖAAB errechnete Hilfe zur Hälfte angewendet werden. Sprich: Pro Kilometer könnten 21 Cent geltend gemacht werden. Der höchste Steuerfreibetrag sei 3.000 Euro. Ob die ÖAAB-Pendlerhilfe mehr Belastung im Budget bedeutet, rechnet man im Finanzministerium derzeit genau durch.
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