02.05.2016, 10:15 Uhr

Secondhand bringt zweite Chance

Ute Sunzenauer ist im Volkshilfe-Shop ReVital in Urfahr für die Verwaltung des Möbelsortiments zuständig. Foto: Volkshilfe

Volkshilfe-Mitarbeiterin Ute Sunzenauer hat ihren Traumjob im zweiten Anlauf gefunden.

LINZ (jog). Knapp 43.000 Menschen in Oberösterreich sind derzeit arbeitslos, fast die Hälfte davon sind Frauen. Sie haben es nach wie vor besonders schwer, nach Elternzeit oder Krankheit wieder in das Berufsleben einzusteigen. Die Linzerin Ute Sunzenauer konnte ihren Ursprungsberuf als Bürokauffrau nach einem langen Krankenstand nicht mehr ausüben. Inzwischen hat sie allerdings ihren Traumjob bei der Volkshilfe in einem Shop in Urfahr gefunden und möchte nicht mehr tauschen.

Herrin im Möbelsortiment
Sie wollte eigentlich zu einer Tätigkeit im Büro zurückkehren, doch die Suche nach einem passenden Job blieb erfolglos. "Das AMS hat mich dann als Transitarbeitskraft an die Volkshilfe vermittelt und was Besseres hätte mir nicht passieren können“, so die 36-Jährige. Ihre Begeisterung hat das Team so überzeugt, dass die Mutter zweier Kinder als fest angestellte Mitarbeiterin jetzt Herrin über das Möbelsortiment im ReVital Shop in Urfahr ist. Oberösterreichweit betreibt die Volkshilfe 16 Secondhand-Shops, wo sie 80 fixe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Das Sortiment der Shops besteht aus gut erhaltener Kleidung, Stoffen, Schuhen, Haushalts- und Elektrogeräten, Möbel, Sport- und Freizeitartikeln, Spielzeug und Büchern. Fred Edlinger, Bereichsleiter Volkshilfe-Shops Oberösterreich: „Ich sehe die Volkshilfe-Shops als kleinen aber feinen Jobmotor in den Bezirken. Für uns steht der Mensch im Vordergrund. Alter, Familienverpflichtungen oder Beeinträchtigungen sind bei der Entscheidung über eine Anstellung bei der Volkshilfe kein Nachteil. Neben fixen Beschäftigungsverhältnissen bieten wir in Linz, Steyr und Schärding auch sogenannte Transitarbeitsplätze an. Diese befristeten Dienstverhältnisse ermöglichen derzeit 120 langzeitarbeitslosen Menschen, wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.“ Für Ute Sunzenauer ist es der Traumjob auf den zweiten Anlauf: „Ich liebe meinen Beruf, weil ich so gern unter Menschen bin. Aber das Beste an unserem Alltag im Shop ist die Freude der Kundinnen und Kunden über unsere günstige Ware. Für viele, die bei uns einkaufen, ist ein teures neues Gerät, wie ein Fernseher, unerschwinglich. Bei uns können sich die Menschen aber noch richtig etwas leisten. Das ist der unbezahlbare Bonus an meinem neuen Beruf.“

Kleiderspenden
Alle Waren werden einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen. Derzeit werden in den Shops durchschnittlich jeden Monat mehr als 20.000 zahlende Kunden registriert. Kleider- und Sachspenden können direkt in einem der Shops abgegeben werden. Für größere Dinge, wie beispielsweise Möbel, gibt es einen eigenen Abholservice.
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