Viel Potenzial für die oö. Firmen im Heiligen Land

Israel
Israels Wirtschaft: Heuer bis zu 4,5 % und 2012 bis zu 3,6 % Wachstum

TEL AVIV (win). Stabiles Wachstum auch in der Krise, stabile Währung, geringe Arbeitslosigkeit. Israel hat sich trotz regionaler Isolation und politischer Konflikte in wirtschaftlicher Hinsicht rasant entwickelt weil die Politik gezielt Geld in Forschung, Entwicklung und Bildung steckt. Österreich profitiert: 2010 beliefen sich die Exporte ins Heilige Land auf 210 Millionen Euro (Importe: 170 Mio.). 2015 sollen es 300 Millionen sein. Derzeit sind 200 oberösterreichische Unternehmen in Israel aktiv, bis 2015 soll die Zahl auf 250 steigen, so Landeshauptmann Josef Pühringer und WKOÖ-Präsident Rudolf Trauner. Sie führten eine Wirtschaftsdelegation beim Besuch in Israel an. Ein Hoffnungsträger ist die Mark Metallwarenfabrik in Spital am Pyhrn. Das 300-Mitarbeiter-Unternehmen produziert Teile für die Bereiche Auto, Medizin, Elektronik und Bau. Für Israel setzt Firmenchef Rudolf Mark große Hoffnungen in einen Rettungslift zum Abseilen aus Hochhäusern, an dem auch das Militär Interesse zeigt: Unser Produkt ist sicherer und billiger als das der Konkurrenz, weil man es einfach anzieht wie einen Overall und in der Panik nicht mit Gurten hantieren muss. Ich habe schon vielversprechende Kontakte geknüpft. Bereits in Israel im Geschäft ist der Innviertler Möbelhersteller Team 7. Die Altheimer Wiehag errichtete in Eilat eine Holzkuppel, die mit 105 Metern Durchmesser zu den größten weltweit gehört. Große Chancen für heimische Unternehmen sieht WKO-Präsident Trauner auch in der Umwelt-, Energie- und Medizintechnik, im Maschinenbau, im Automobilbereich, in der Kommunikationstechnologie und der Verbesserung der Infrastruktur in den staugeplagten Städten. Hier ist noch viel Potenzial, so Trauner. Potenzial gibt es auch bei den Nächtigungen von Israelis in Oberösterreich: Derzeit sind es 9000, das ist ausbaufähig, so Pühringer etwa durch eine Einladung zur großen Israelausstellung im Schlossmuseum 2014. Er und WKOÖ-Präsident Trauner boten dem israelischen Tourismus-Minister Stas Misezhnikow bei einem Gespräch zudem einen Tourismusschüler-Austausch an.
Das Potenzial in Israel möchte auch Johannes Artmayr nutzen. Sein 170 Mitarbeiter starker Naturstein-Verarbeiter Strasser Steine in St. Martin im Mühlkreis importiert Steinplatten aus Israel. Mit dem Gmundner Hackschnitzel- und Pelletsheizungen-Hersteller Gilles, an dem er zu 50 Prozent beteiligt ist, will Artmayr künftig nach Israel exportieren: Erneuerbare Energie ist ein Riesenthema hier in Israel. WKOÖ-Direktor Christian Hofer hält neben der Energiewirtschaft vor allem die Bereiche Umwelttechnologie und Verkehrsinfrastruktur für vielversprechend. Und: Durch ein Abkommen mit der EU können fast alle Waren zollfrei eingeführt werden.

Zur Sache

Israel ...
... hat mit 20.700 km2 nur ein Viertel der Fläche Österreichs, aber mit 7,75 Millionen fast so viele Einwohner. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist mit 21.475 Euro deutlich niedriger als in Österreich (34.120 Euro). Allerdings wächst Israels Wirtschaft stärker im Jahr 2010 um 4,5 % (Österreich: 2,3 %), heuer wiederum um bis zu 4 %.
Israel ist seit 1948 ein unabhängiger Staat. 75 % der Bevölkerung sind Juden, 16 % Moslems und 9 % Christen.
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