01.07.2016, 13:11 Uhr

Wechselstrom verbessert Sehleistung bei grünem Star

Tamsweg: Tamsweg | Nur zehn Tage Behandlung mit kleinsten Wechselstrom-Impulsen hat bei Glaukom-Patienten zur Aktivierung von Restsehleistungen und Verbesserungen der Lebensqualität wie Sehschärfe, Lesen, Mobilität und Orientierung im Raum geführt. "Die Wechselstrombehandlung ist ein sicheres und wirksames Mittel zur Wiederherstellung von Sehleistungen nach Schädigung des Sehnervs über eine Beeinflussung der Hirnplastizität und Reorganisation von Hirnnetzwerken", so Studienleiter Bernhard A. Sabel vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität Magdeburg http://www.uni-magdeburg.de .

50 Minuten Stimulation pro Tag

82 Patienten haben an der Studie teilgenommen, wovon 33 Patienten Sehverluste durch grünen Star hatten und 32 Patienten an einer anterioren ischämischen Optikusneuropathie litten, die durch eine Entzündung, durch Kompression des Sehnervs (aufgrund von Tumoren oder Hirnblutungen) oder aufgrund angeborener Anomalien wie Lebersche hereditäre Optikusatrophie verursacht wird. Bei acht Patienten führten mehrere Ursachen zum Sehverlust.

Nach zufälliger Aufteilung in zwei Gruppen erhielten 45 Patienten an zehn Tagen für jeweils 50 Minuten die Wechselstromstimulation und 37 bekamen die Kontrollbehandlung, die lediglich eine sehr geringe Dosis der Stimulation erhielt. Die Gruppen waren hinsichtlich Alter der Läsion sowie ihrer Sehleistung vergleichbar. Die Behandlung erfolgte durch Platzierung von Elektroden auf der Haut in der Nähe der Augen, über die der Wechselstrom verabreicht wurde. Die Sehfähigkeit wurde sowohl direkt nach Abschluss der Behandlung als auch zwei Monate danach untersucht, um die Stabilität der Verbesserungen zu überprüfen.

Wirkung auch nach acht Wochen

Die behandelten Patienten zeigten größere Verbesserungen (24 Prozent) in der Erkennung von Sehreizen gegenüber Patienten in der Vergleichsgruppe (2,5 Prozent). Grund hierfür waren Verbesserungen im defekten Sektor des Gesichtsfelds von 59 Prozent in der behandelten Gruppe und 34 Prozent in der Vergleichsgruppe. Der Nutzen der Stimulation war auch zwei Monate danach stabil, wie die Verbesserungen in der Stimulationsgruppe (25 Prozent) gegenüber den vernachlässigbaren Änderungen der Kontrollgruppe (0,28 Prozent) zeigen.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen die Resultate von früheren kleineren Studien, in denen die Wirksamkeit und Sicherheit der Wechselstromstimulation gezeigt wurde. Diese Studien zeigten bereits, dass gut funktionierende Hirnnetzwerke für die Verarbeitung von visuellen Informationen von entscheidender Bedeutung sind. Diese können durch den Wechselstrom wieder synchronisiert werden und somit die Restsehfähigkeit aktivieren und verstärken.

Aussender: pressetext.redaktion
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