16.10.2016, 12:29 Uhr

Bergeübung von Bergrettung und Höhlenrettung

Bergung mit Seilzug

Gemeinsame Übung der Bergrettung Tamsweg und Krakauebene an der Ostseite des Preber am 15.10.2016.

Übungsannahme war eine vermisste Person, die im "Bischofsloch" an der Ostseite des Prebers vermutet wurde. Aufgrund der Übungsannahme waren die Bergrettung Tamsweg, die Bergrettung Krakauebene und die Höhlenrettung Lungau an der Übung beteiligt. Nach der Alamierung erfolgte die gemeinsame Anfahrt bis in die Nähe der Grazerhütte. Von dort ging es für die insgesamt ca. 30 Einsatzkräfte nach einer Einsatzbesprechung und der Aufteilung von Material und Rettungsgerät zu Fuß weiter.
Bereits beim Anstieg teilten sich die Mannschaften. Während Höhlenrettung und ein Teil der Bergretter nach ca 200 Höhenmetern sich am Steilhang entlang zur Höhle bewegten, stiegen die übrigen Bergretter zum Grat oberhalb der Höhle auf, um dann dort, rund 250 Höhenmeter über der Höhle, mit dem Bau eines Flaschenzuges zu beginnen. Dieser sollte dazu dienen, nach der Bergung des Patienten, diesen in der Trage nach oben ziehen zu können.
Die Höhle selber liegt auf ca 2100Meter und geht ca 300 Meter in den Berg hinein.
Rund eineinhalb Stunden nach der Alamierung waren die Höhlenretter und Bergretter im Bereich des Höhleneinstieges. Die Bergretter bauten ein Seilgeländer auf, um im steilen Bereich vor dem Höhleneingang eine Sicherung zu gewährleisten.
Die 5 Höhlenretter, darunter eine Frau, stiegen gemeinsam mit dem Bergrettungssanitäter in die Höhle ein. Für die Einsatzkräfte heraussen gab es einerseits noch einiges zu tun, um den Seilzug fertig zu stellen, andererseits begann eine Zeit das Wartens.
Rund eineinhalb Stunden benötigte das Team in der Höhle, um den Patienten zu finden, zu bergen, in eine Matratze, die sich an die Körperformen anpasst, zu lagern und auf der Spezialtrage aus der Höhle zu ziehen.
Kaum an der Oberfläche, wurde der Patient in der Spezialtrage an die Bergretter übergeben, die nach einer kurzen Diagnose begannen, ihn über den Seilzug in die Höhe zu ziehen. Der Seilzug wurde in 2 Sektionen gebaut, sodaß nach 100 Metern Seillänge ein Umhängen an die obere Sektion notwendig wurde.
Eine halbe Stunde nach der Bergung aus der Höhle, 3,5 h nach Alarmierung, war der Patient am Grat und der Abtransport ins Tal konnte beginnen. Dafür wurde der Patient in eine Trage mit Rollen umgelagert. Rund eine Stunde später war das Rettungsauto am Ausgangspunkt erreicht.

Übungsergebnisse

Bei der Abschlussbesprechnung fassten Hannes Kocher, Bezirksleiter der Bergrettung Lungau, Christian Würger, Kommandant der Bergrettung Krakauebene, und Hannes Hönegger, Höhlenrettung Lungau, den Übungsverlauf und daraus gewonnene Erkenntnisse zusammen. Abgesehen vom positiven Verlauf der Übung wurde die gute Zusammenarbeit über Bezirks- und Landesgrenzen hinweg herausgestrichen. Besonders positiv hat sich die Verwendung des neuen Digitalfunks erwiesen, der in der Krakau schon länger, im Lungau erstmals zum Einsatz kam.

Nach der Übung ließ es sich der Wirt der Grazerhütte, Christian Dengg, nicht nehmen, die Einsatzkräfte mit einem Essen zu stärken.

Nachgeschenkt

Jeder, der eine Wanderung, vor allem in höhere Regionen, beginnt, muss sich immer bewusst sein, dass er sich damit auch Gefahren aussetzt. Beeindruckend, dass es Menschen gibt, die bereit sind, ehrenamtlich zu helfen, für die Vorbreitung dazu ihre Freizeit zu opfern und sich für diese Hilfe auch selbst in Gefahr zu begeben.
Und diese Hilfe ist aufwändig. Nicht nur der Materialeinsatz an professioneller Ausrüstung, Fahrzeugen und Bergegeräten ist hoch und muss mühsam durch Landesförderung, Mitgliedsbeiträge und Spenden aufgebracht werden, auch der Personaleinsatz ist gigantisch.
So waren 30 Helferinnen und Helfer für über 4 Stunden notwendig, um eine einzelne Person zu bergen - und das bei nahezu Idealbedingungen. 2 Tage vor der Übung ist im Übungsgelände noch tiefer Schnee gelegen. Dieser hätte die ganz Rettungsaktion auch für die Einsatzkräfte gefährlicher gemacht.
Es ist beruhigend zu wissen, dass Hilfe bereitsteht, aber man sollte nicht durch leichtsinniges Verhalten einen Notfall provozieren und jedesmal extra nachdenken, ob eine Tour, ein Weg, eine Route unbedingt notwendig ist, wenn die Verhältnisse gerade nicht passen.

Fotos Höhle/ Höhlenrettung: Cornelia Kocher
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