25.06.2016, 21:19 Uhr

Im Turm der Burg Mauterndorf erklingt wieder eine Glocke

Glockenweihe auf der Burg Mauterndorf: Anton Schitter (Holzbau Mauterndorf), Jochen Posch von der Innsbrucker Glockengießerei Grassmayr und Burgwart Andreas Zehner heben die Glocke an, um sie in den Glockenturm zu tragen.

Die Glocke ist der Heiligen Barbara und der Heilgen Elisabeth gewidmet

Es war ein feierlicher Moment, der am Samstag kurz vor 12 Uhr mittags die Festgäste ihre Gespräche verstummen ließen und auf den Klang "ihrer" neuen Glocke warteten. Und dann zauberte ihr Klang ein Lächeln in die Gesichter im Burghof: Im Glockenturm der Burg Mauterndorf hängt erstmals seit den Wirren des Zweiten Weltkriegs wieder eine Glocke.

Die Freude war nicht nur bei Burgverwalterin Inge Stolz, ihrem Team rund um Burgwart Andreas Zehner und Glockenpatin Inge Eder riesengroß. "Es ist etwas Besonderes, eine Glockenweihe erleben zu dürfen und eine besondere Ehre Glockenpatin zu sein", freute sich die Frau von Bgm. Wolfgang Eder – der sich das "Jahrhundertereignis" – wie es Domkapitular Rektor Raimund Sagmeister formuliert hatte – nicht entgehen ließ. Im Zweiten Weltkrieg wurden sämtliche Glocken eingeschmolzen, 1952 erhielt die Pfarrkirche Mauterndorf eine neue Glocke, die Burg musste bis zum letzten Wochenende darauf warten.

Dabei war sie bereits am 11. März des Vorjahres in der Innsbrucker Glockengießerei Grassmayr gegossen worden. Die zum Mittelalterfest im Vorjahr geplante Weihe musste verschoben werden, weil sich im Terminkalender des neuen Salzburger Erzbischofs Franz Lackner – eine Glockenweihe ist Sache des Erzbischofs – keine Lücke finden ließ. Damit die Mauterndorfer nicht noch länger warten mussten, beauftragte Erzbischof Lackner seinen Domkapitular Rektor Raimund Sagmeister – er kommt ursprünglich aus Lessach – mit der Glockenweihe.

Bis die Glocke im Turm hing, hieß es noch einmal richtig anpacken für Burgwart Andreas Zehner, Jochen Posch von der Glockengießerei Grassmayr, Anton Schitter von der Firma Holzbau – die im Vorjahr die Dacheindeckung und den Glockenstuhl renoviert hatte – sowie Hermann Prodinger. Denn es brauchte vier starke Männer, um die 84 Kilogramm schwere Glocke aus Kupfer (78 Prozent) und Zinn (22 Prozent) mit einem Durchmesser von 50,7 Zentimetern in den hohen und engen Turm hinaufzuhieven.

"Das Ursprungsland der Glocke ist China, von dort gelangte sie einst in die arabischen Länder und dann weiter in den antiken Kulturraum des Mittelmeeres. So kam sie dann in die christlich geprägten Länder und in unsere Klöster", erklärte der Geistliche vor der Weihe. Seit dem 12. Jahrhundert läuten in unseren Kirchen Glocken. "Der Klang der Glocke ist ein ganz anderer als die Geräusche, die sonst an unser Ohr dringen. Der Klang der Glocke spricht eine tiefere Schicht im Menschen an und trägt die Stimme Gottes in die Welt hinaus."

Im Fall der Burg Mauterndorf ist das übrigens ausschließlich ein Klang der Freude – Begräbnisse gibt es auf der Burg nicht, sondern nur Hochzeiten und andere freudige Anlässe, weiß die frühere Burgverwalterin Elisabeth Heiß. Sie hatte das Gießen der neuen Glocke initiiert und auch die Inschrift gewählt, die sie als Botschaft verstanden haben möchte: "Gott zum Gruße, edle Leute, Freude und Frieden verkünde ich für alle Zeiten."

Lesen Sie auch: Das Leben umkrempeln? Inge Stolz hat es getan und ist nun Verwalterin auf Burg Mauterndorf.
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Armin Fischer aus Flachgau | 25.06.2016 | 22:12   Melden
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