10.10.2016, 09:01 Uhr

Neues Buch: Was ist Christ sein, Kaplan Beck?

Matthias Beck ist nicht nur Kaplan der Pfarre St. Josef zu Margareten, sondern unterrichtet auch an der Uni Wien.

Die bz bat Matthias Beck, Kaplan der Pfarre St. Josef zu Margareten, zu einem philosophischen Gespräch.

MARGARETEN. "Christ sein - was ist das?". Genau dieser Frage widmet sich Margaretens Kaplan Matthias Beck in seinem neuen, gleichnamigen Buch. Dass sich der 59-Jährige überhaupt einmal mit dieser Thematik beschäftigen würde, nennt er selbst einen "Zufall". In Hannover geboren studierte Beck zunächst Pharmazie in Münster, dann Humanmedizin. Nach einem abgeschlossenen Philosophiestudium widmete sich Beck schließlich der Theologie.

"Mit Geld alleine nicht lösbar"

Moraltheologie und Medizinethik stehen seitdem im Fokus seiner Betrachtungen. Die unterschiedlichen theorethischen Ansätze würden sich keineswegs ausschließen, jede von ihnen betrachtet den Menschen aus einem anderen - ganz eigenen - Blickwinkel. Ein Zusammenwirken von Naturwissenschaften, Philosophie und Religion sei ein durchaus komplementärer Zugang - "in allem steckt eine göttliche Logik", erklärt Beck.

"Die religiöse Frage wird die Frage von morgen sein", so Beck. Gerade in Zeiten in denen sich die Wirtschaft immer mehr jenseits von christlich-europäischen Grundwerten bewegt, sei diese Frage aktueller denn je. Auch mit Blick auf die Flüchtlingssituation, welche laut Beck "mit Geld alleine nicht lösbar" sein werde, fordert er mehr "christliche Nächstenliebe und Verantwortung". In seinem neuen Buch beleuchtet er die Hintergründe dieser Werte.

Christentum als Alltagsreligion

Dem Christentum solle für Beck insbesondere die Rolle einer Alltagsreligion zukommen. Zu diesem Zweck trifft sich der geborene Hannoveraner einmal monatlich mit zwei Gruppen von je 15 Personen um gemeinsam den Alltag zu reflektieren. Bei Gesprächen über alltägliche Erfahrungen und Erlebnisse der Teilnehmer ist es das Ziel, diese "spirituell zu unterrichten", um die Lehren der Bibel vermehrt in den Alltag zu integrieren.

Seit nunmehr fünf Jahren ist Beck bereits als Kaplan in der Ramperstorfergasse tätig. "Ein sehr schöner Bezirk mit gemütlichen Ecken und einer sehr schönen Kirche", gibt sich Beck zufrieden mit seiner Umgebung. Seine Tätigkeiten beschränken sich jedoch mit Nichten nur auf die Pfarrgemeinde. Als Außerordentlicher Universitäts-Professor für Moraltheologie unterrichtet der 59-Jährige an der Uni Wien, ist Mitglied der österreichischen Bioethikkommission und fungiert als Sachverständiger im deutschen Bundestag.

Die Kombination aus Allem

"Ich halte eine Rede im Berliner Bundestag, fliege zurück und halte eine Erstkommunion für ein achtjähriges Kind", umschreibt Beck sein Leben. In welcher Rolle er sich am wohlsten fühle, könne er nicht beantworten. Es sei gerade diese Kombination aus Allem. "Diese Vielfältigkeit ist das Geschenk meines Lebens".
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