30.05.2016, 11:08 Uhr

Verein "Neustart": Neues Leben für Straftäter

"Das Gefängnis ist nicht immer die Lösung. Man sollte die Straffälligen lieber Wiedergutmachung leisten lassen", erzählt Kurt Koblizek vom Verein "Neustart".

Seit 15 Jahren werden in der Geigergasse 5–7 Straffällige resozialisiert.

MARGARETEN. "Wir betreuen ca. 5000 Klienten pro Jahr. Es geht dabei darum, dass die Kriminalität in der Gesellschaft verringert wird. Nicht jeder Straffällige muss sofort eingesperrt werden. Unsere Ziele sind die Resozialisierungshilfe, die Unterstützung von Opfern und Prävention", erklärt Kurt Koblizek.

Seit 22 Jahren ist er nun schon im Verein "Neustart" beschäftigt. Die Zahlen sind dabei sehr erfreulich: bei Rauferein oder kleineren Diebstahls- und Sachbeschädigungsdelikten werden bei einem Tatausgleich, bei dem zwischen Opfer und Täter im gemeinsamen Gespräch vermittelt wird, 85 Prozent nicht mehr straffällig. Bei Klienten, bei denen eine längere Betreuungshilfe notwendig ist, sind es immerhin 60 Prozent die in den nächsten fünf Jahren nicht mehr mit dem Gesetz in Konflikt kommen.

Zentrale Lage wichtig

Die Räumlichkeiten in der Geigergasse sind für den Verein ideal, da kurze Wege für die Klienten sehr wichtig sind: "Es braucht eine Zeit, um eine Beziehung zu den Menschen aufzubauen, da man ja nicht ohne Grund straffällig wird. Die Betreuung ist notwendig - wir sind aber natürlich keine Ersatzeltern. Die Klienten müssen schon selbst bei Firmen anrufen und um ein Bewerbungsgespräch bitten. Wir gehen dann gerne mit, aber reden müssen sie selbst", so Koblizek.

In der Geigergasse arbeiten derzeit 17 Sozialarbeiter. Im Juli wird das Gebäude umgebaut, darum muss man zwischenzeitlich in einen anderen Bezirk ausweichen. Dir Rückkehr in die Geigergasse ist aber gewiss.

Viel Lob vom Bezirk

Bezirksvorsteherin Susanne Schaefer-Wiery hat dem Verein "Neustart" zum 15 Jahre Jubiläum in Margareten einen Besuch abgestattet: "Es freut mich natürlich sehr, dass hier seit vielen Jahren gute Arbeit geleistet wird. Auch wir im Bezirk versuchen uns verstärkt mit Institutionen zu vernetzen, wenn es um Prävention von Straftaten geht", erzählt Schaefer-Wiery. Dass der Verein nach dem Umbau der Geigergasse wieder nach Margareten zurückkehrt, ist sehr erfreulich.

Je nach Bedarf werden im Verein "Neustart" auch ehrenamtliche Sachbearbeiter eingesetzt. Nähere Information gibt es auf www.neustart.at
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.