"We live parties" - das ist das Motto der Brandstetter Gastro GmbH.
Neben dem "La Boom" in St. Pölten gehört das "Till Eulenspiegel" zu den dominierenden Locations der gesamten Region von St. Pölten und Umland.
Die Kennzeichen der vor dem "Till" geparkten Fahrzeuge reichen von Melk bis Wien, das flächenmäßig umfangreiche Lokal ist wie immer gut besucht - selbst Mitte Jänner, einem eigentlichen schwächeren Monat, laut Christian Brandstetter, dem Schirmfürsten der Brandstetter Gastro GmbH.
"Nach den langen Feiertagen im Advent legt sich der Drang zu Feiern für eine gewisse Zeit, aber für Jänner sind wir heute sehr gut besucht.", merkt der rüstige Mann in den besten Jahren und gestochenem Falkenblick an.
Neben ihm am Tisch im Heiligtum des "Till Eulenspiegels", dem Bereich der Geschäftsführung, sitzt der Sohn und Thronfolger Andreas Brandstetter, dem man die vom Vater geerbte Stoik anmerkt.
Betriebsleiter Siegfried Kellner steht mit verschränkten Armen und selbstbewussten Schmunzeln an einem großen Kasten mit Dokumenten-Mappen angelehnt. Verwaltung, Organisation, Flyer- und Plakat-Design - alles machen hauseigene Mitarbeiter des 100-Personen-Unternehmens.
"Externe Firmen zu beauftragen ginge alleine der rasch erfolgenden Kommunikation wegen nicht. Die Marke 'Hausgemacht' hat sich langfristig bewährt."
Siegfried Kellner ist seit 16 Jahren Betriebsleiter des "Tills", seit der Eröffnung der Party-Location mit beinahem monopolistischem Status im Nachtgeschäft.
Seit insgesamt 18 Jahren versorgt die Brandstetter Gastro GmbH Menschen allen Alters mit Getränken und der Atmosphäre der "Fun-Lokale", wie es Christian Brandstetter bezeichnet.
Alleine das Till Eulenspiegel in Neulengbach empfängt pro Wochenende zwischen 3200-3500 Nachtschwärmer - das La Boom in St. Pölten steht diesem Erfolg um nichts nach.
In der Zeit des bisher 18jährigen Bestehens der Brandstetter Gastro GmbH sperrten in der Region annähernd 30 Locations zu; oder wechselten ihren Eigentümer - gegen die omnipräsente Vormachtstellung des "La Boom" und des "Till Eulenspiegel" kommen andere Eventbetreiber nicht an.
Tina Hubmayer, unter der Woche Bürokauffrau, steht am Wochenende hinter der Schank und kellnert im "Till". Als Ausgleich, wie die junge Frau, betont.
"Das gute Arbeitsklima, der Lokalstil, die Musik und Atmosphäre sind neben den netten, jungen Gästen der Hauptgrund, warum ich mich durch die Arbeit im 'Till' entspannen kann, obwohl es natürlich anstrengend ist", fügt die rüstige Frau hinzu.
Nur für eines hat sie kein Verständnis: Für das Unverständnis mancher weiblichen Gäste in Punkto Toilettgang.
"Aufgrund des großen Massenandrangs haben wir die Personal-Toilette auch für unsere Gäste geöffnet, und man stößt manchmal auf großes Unverständnis, wenn man an der Schlange vorbeigeht um auf das Klo zu gehen.
Aber schließlich arbeiten wir hier und können nicht eine halbe Stunde Schlange stehen, denn wir halten die Natur bis zum letzten Moment zurück, bevor wir auf die Toilette gehen.
Manchmal muss man sich unfreundlich anreden lassen - aber man blendet es mit der Zeit aus."
Auch die Exekutive hat mit den Gästen des "Till Eulenspiegel" keine Probleme.
"Durch das Till verzeichnen wir keinerlei Zunahme bei den Alko-Lenkern. Einer fährt, die anderen trinken. Das hat sich so eingebürgert und hält sich.", meinte ein Beamter beschreibend im Gespräch.
Im Gespräch mit den Gästen vergaben die Besucher dem "Till Eulenspiegel" auf einer Skala von 1-10, wo 10 das beste ist, dem Till im Schnitt eine Acht bis Neun.
Doch reicht die Skala von 2 bis 10 - einige junge Menschen gehen ins TIll, weil dort alle sind.
Und alle gehen sie ins "Till" oder ins "La Boom", denn "alle" sind schon dort.
Gerade deshalb bleibt die Brandstetter Gastro GmbH unangefochtener Herrscher über das regionale Nachtleben: "Einfach jeder ist dort, denn jeden wird man dort treffen."
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