25.05.2016, 17:55 Uhr

Straßennamen in Mariahilf: Die weibliche Seite der Stadt

Der Platz vor dem Café Sperl wurde 2015 nach der Sozialwissenschafterin und Journalistin Helene Bauer benannt. (Foto: gottfried wolfgang sommer)

Seit 2013 sollen neue Straßen nach Frauen benannt werden. Im 6ten ist man wegen Platzmangel kreativ.

MARIAHILF. Acht öffentliche Verkehrsflächen wurden in Maria-hilf in den vergangenen drei Jahren nach Frauen benannt. Der Hintergrund: ein Beschluss des Gemeinderates im Jahr 2013, wonach längerfristig ein Gleichgewicht von Frauen- und Männernamen bei der Benennung von Straßen, Gassen und Plätzen erreicht werden soll. Denn rund 90 Prozent der Wiener Verkehrsflächen verdanken ihren Namen einem Mann.

Doch so einfach die Sache in den Randbezirken ist, wo stetig neue Gebiete erschlossen werden, so schwierig ist es in der Innenstadt. Denn in Mariahilf entstehen kaum neue Verkehrsflächen. Der Bezirk hat sich aber eine kreative Herangehensweise ausgedacht. So wurden zwei Plätze, die vorher gar keine waren, einfach zu welchen gemacht und nach Frauen benannt. Einerseits der Helene-Bauer-Platz vor dem Café Sperl und andererseits der Johanna-Dohnal-Platz zwischen Gumpendorfer Straße, Theobaldgasse und Rahlgasse.

Benennung am Naschmarkt

Außerdem wurden Wege am Naschmarkt nach ehemaligen Standlerinnen benannt. Sie tragen jetzt die klingenden Namen Minerl-, Sopherl-, Mariedl- und Reserlgasse. Und Johanna Bauer sowie Maria Welser wurden ebenfalls mit zwei Plätzen am Naschmarkt geehrt. Ein weiterer soll im September nach Standlerin Gabriele Kuczera benannt werden. „Mariahilf war und ist Heimat und Wirkungsstätte vieler herausragender Frauen. Mit der Benennung öffentlicher Flächen würdigen wir ihre großartigen Leistungen“, sagt SP-Bezirksvorsteher Markus Rumelhart dazu.

Und um Frauen im Bezirk zusätzlich sichtbarer zu machen, hat man sich in Mariahilf darauf geeinigt, städtischen Wohnhausanlagen weibliche Namen zu geben. So steht in der Damböckgasse der Johanna-Prangl-Hof. Und in der Gumpendorfer Straße seit Neuestem der Katharina-Lins-Hof. Zudem setzt man verstärkt auf Gedenktafeln für Frauen.

Denn einfach Straßen mit Männernamen umzubenennen, ist in Mariahilf kein Thema. Denn: Für die Bewohner sei es zu mühsam, wenn sich plötzlich die Adresse ändere.

Zur Sache:

Diese Frauen wurden in Mariahilf im öffentlichen Raum geehrt:
Sozialwissenschafterin und Journalistin Helene Bauer (1871–1942)
erste Frauenministerin Johanna Dohnal (1939–2010)
Marktfrauen Minerl, Sopherl, Mariedl, Reserl, Johanna Bauer, Maria Welser, Gabriele Kuczera
Wohltäterin Johanna Prangl (1840–1886)
Ordensschwester Katharina Lins (1788–1836)
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