11.03.2016, 20:03 Uhr

KELLNER UND KRANKENPFLEGER HABEN DEN STRESSIGSTEN JOB

Viele von uns wussten es schon immer, jetzt wurde es auch durch eine Studie bestätigt. Kellner haben den stressigsten Job der Welt. Laut Studie sogar stressiger, als jeder Doktor oder Bänker. Was auf den ersten Blick nicht so schlimm klingt, zeigt eigentlich die tägliche Realität von vielen in der Gastronomie und Hotellerie.

Die Studie wurde von der „Southern Medical University“ in Guongzhou, China erstellt und hat 17 Jahre lang Daten von über 136.000 Menschen gesammelt. Der lange Beobachtungszeitraum und die große Anzahl an Probanden, lässt eine gewisse Seriosität der Studie erahne. Die Studie hat Jobs prinzipiell in vier Kategorien aufgeteilt und in jeder Kategorie einen „Sieger“ gekürt.

Hoher Stressfaktor: Kellner und Krankenpfleger

Geringer Stressfaktor: Wissenschaftler und Architekten

Passive Jobs: Handwerker

Aktive Jobs: Ärzte und Lehrer

Belastung durch fehlende Anerkennung
Die Studie hat zudem herausgefunden, dass Mitarbeiter in Jobs mit einer niedrigen Bezahlung und einer hohen beruflichen Belastung – z.B. Kellner – viel höhere gesundheitliche Risiken zu tragen haben. Die Gefahr eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls steigt bei Kellner um über 50%. Das liegt nicht nur am stark erhöhten Stressfaktor, sondern auch, an der Tatsache, dass gestresste Menschen weniger auf ihren Körper aufpassen und tendenziell öfter rauchen oder übermäßig Alkohol konsumieren.

Die Forscher behaupten zudem, dass der Stressfaktor nicht nur davon abhängt, wie hoch die Arbeitsbelastung ist, sondern auch, wie sehr sich eine Person respektiert und wertschätzt in seiner Rolle fühlt. Dadurch können Ärzte und Lehrer, die auch unter starken mentalen Druck und Stress stehen können, diesen Stress besser kontrollieren und ertragen, da sie einen höheren Grad an Freiheit und Anerkennung erhalten. Kellner hingegen leiden nicht nur unter beruflichen Druck, sondern teilweise auch unter unfreundlichen Gästen, schlechtem Management und unvereinbaren Arbeitsstunden. Durch diese Kombination kann Stress seine schlimmste Wirkung entfalten.

Eigentlich wäre es logisch, dass geringere Verantwortung und Kontrolle in einem Job, auch den Stress reduziert. Leider ist das laut Studie nicht der Fall. Schlimmer noch. 4,4% des Schlaganfallrisikos begründet sich auf der Belastung im Job. Bei Frauen sind es sogar 6,5%.

Anerkennung und Wertschätzung reduzieren Stress
Die Studie zeigt nicht nur das erschreckende Ausmaß der Probleme, sondern gibt auch ein paar Tipps, um die Lage zu verbessern. So können positive Veränderungen in der Struktur des Jobs das Risiko verringern. Dazu zählen: Den Mitarbeitern größere Kontrolle über deren Job geben, höhere Verantwortung und Vertrauen schenken, höhere Flexibilität in der Planung der Schichten und am wichtigsten, höhere soziale Anerkennung und Wertschätzung können den Stress und dadurch das gesundheitliche Risiko in stark verringern.

Diese Studie bestätigt nicht nur eine vorherige Studie, bei der festgestellt wurde, dass die meisten Mitarbeiter in der Gastronomie auch arbeiten, wenn sie krank sind, sondern auch die Rolle der Arbeitgeber. Chefs sollten ihre Mitarbeiter als wichtigstes Kapital sehen und nachhaltig und respektvoll mit ihnen umgehen.
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