25.05.2016, 16:46 Uhr

Internationale Barocktage Stift Melk 2016: Ein voller Erfolg

beim traditionellen Brot und Wein konnte der Abend nach dem Konzert ausklingen (Foto: Daniela Matejschek)

Zu Pfingsten war Melk für fünf Tage Zentrum der Barockmusik. Unter dem Motto „Le Monde fantastique. Illusion und Wirklichkeit“ jagte ein musikalischer Höhe-punkt den anderen. Matinéen, Nachmittagskonzerte, abendliche Veranstaltungen, nächtliche Aufführungen, Kinderprogramm und Crossover zwischen Barock und Jazz standen zur Auswahl. Jedes Konzert für sich eine Besonderheit, zeigte sich die Barockmusik in ihrer ganzen Vielfalt. Das Publikum lohnte die künstlerischen Leistungen mit Standing Ovations.


KS Michael Schade hatte gemeinsam mit seinen Künstlerfreunden ein vielfältiges Programm zusammengestellt: „Die Barockmusik sprudelt nur so von verschiedenen Geschmacks-richtungen und einer Vielfalt an Melodien. Der Rhythmus treibt sie voran und vermittelt pure Lebensfreude.“ Ein wahres Feuerwerk barocker Lebenslust, Musik und Sprache erfüllte das Stift Melk. Umrahmt wurde das Programm durch Einführungsvorträge von Experten, einen historischen Stadtrundgang, eine Sonderführung in der Stiftskirche und das Prima Colazione – ein Frühstück mit dem Künstlerischen Leiter KS Michael Schade. Bei der traditionellen Einladung zu Brot und Wein mischten sich allabendlich auch Künstler unter die Konzertbesucher.
Mit Julia Klug präsentierten die Internationalen Barocktage Stift Melk heuer wieder eine junge Künstlerin und ihr Werk. Inspiriert von Barockornamenten der Melker Messgewänder gestaltete sie aus rund 29.000 Einzelteilen ein Bild in Form eines Cut-up Mosaiks.
All das verleiht den Internationalen Barocktagen Stift Melk einen besonderen Charakter des gemeinsamen Erlebens hoher künstlerischer Qualität in einem sehr intimen, persönlichen Rahmen. Das Stift und die Stadt Melk werden für kurze Zeit zur Heimat für die Teilnehmer – sowohl für Künstler als auch für die mehr als 4.000 Konzertbesucher.

Das Programm der Internationalen Barocktage 2016 im Überblick

Zur Eröffnung lieferten einander der Geiger Daniel Hope und der Autor und Dramaturg Karl-Heinz Ott einen humorvollen, mitreißenden Wettstreit zwischen Wort und Musik. Das pralle barocke Leben füllte den Kolomanisaal des Stiftes Melk.
Das Melker Residenzorchesters Concentus Musicus Wien präsentierte sich mit zwei fulminanten Auftritten – einmal mit einem Vivaldi-Programm bei der sonntäglichen Matinée unter der Leitung von Stefan Gottfried im Kolomanisaal, einmal beim Abschlusskonzert gemeinsam mit dem Balthasar Neumann Chor unter der Leitung von Pablo Heras-Casado in der Stiftskirche. Pablo Heras-Casado erfüllte sich mit dieser Aufführung der „Selva Morale e spirituale“ von Monteverdi einen Jugendtraum.
Zwei nächtliche Konzerte – eines im intimen Rahmen des Gartenpavillons mit Matthias Loibner (Drehleier), das andere mit dem Arnold Schoenberg Chor unter der Leitung von Erwin Ortner in der Stiftskirche – machten die ganze Atmosphäre dieses besonderen Ortes erlebbar.
Mit dem nachmittäglichen Konzert von Tr!Jo mit Tabea Debus wurde Nachwuchsförderung zum Genuss. Die Gewinnerin des Internationalen Johann Heinrich Schmelzer Wettbewerbs 2014 trat im Rahmen des Programms „Stella Juventutis“ im Schloss Pielach auf, das alljährlich für die Internationalen Barocktage seine Pforten öffnet.
Patricia Petibon und das Ensemble Amarillis gestalteten mit ihrem neuen Programm einen magischen Abend mit viel Witz und Esprit, der perfekt in den mit Fresken geschmückten, barocken Kolomanisaal passte.
Chor und Orchester der Kölner Akademie unter der Leitung von Michael Alexander Willens entführten ein begeistertes Publikum in der Stiftskirche in die Welt der französischen Barockmusik.
Ein Pasticcio über Don Quijote mit den Barocksolisten München unter Dorothea Seel begleitet durch den Schattenspieler Julian Button entführte die Besucher im Barockkeller des Stifts Melk in die Welt zwischen Sein und Schein. Michi Gaigg und das L’Orfeo Barockorchester faszinierten am Pfingstmontag bei der Matinée im Kolomanisaal mit französischer Barockmusik.

Neue Wege mit Barocktagen für Kinder und OffRoad Barock

Erstmals gab es mit „Mäuschen Max hört auf sein Herz“ heuer auch ein Programm für die kleinsten Fans. Christina Foramitti und das Ensemble klangmemory erzählten im drei Mal ausverkauften Barockkeller die Geschichte von Suchen und Vertrauen. Ebenfalls neu im Programm war die Reihe OffRoad Barock. Das Janoska Ensemble und der Jazztrompeter Thomas Gansch gestalteten im Barockkeller eine wahre Jam Session aus barocken und modernen Elementen, die das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Zum Nachhören auf Ö1

Folgende Konzerte wurden von Ö1 aufgezeichnet:
Dum spiro, spero – so lange ich lebe, hoffe ich: Sendetermin 19. Mai 2016, 10:05
Die vielgestaltigen Gesichter des Herrn Antonio V.: Sendetermin 2. Juni 2016, 10:05
Flammes de magiciennes: Sendetermin 16. Juni 2016, 10:05
Règne, amour : Sendetermin 23. Juni 2016, 10:05

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