27.06.2016, 13:59 Uhr

Bezirk Melk: "Der Konsument muss umdenken"

Herbert und Marianne Butzenlechner tragen mit ihrem Betrieb zur wunderschönen Texingtaler Landschaft bei.

Die Texinger Milchbauern Marianne und Herbert Butzenlechner über die derzeitige Situation am Land.

TEXING. "Den Menschen muss einfach wieder mehr bewusst werden, dass sich der Wald und seine Wanderwege sowie die Felder nicht von alleine pflegen. Da braucht es uns Landwirte, die darauf achten, das Landschaftsbild zu erhalten, welches wir jetzt vorfinden", möchte Milchbäuerin Marianne Butzenlechner die Konsumenten wieder mehr zum Nachdenken bringen.

Griff zu regionalen Produkten

Die Landwirte sind es, die unsere Landschaft mit bunten Feldern und die Kinder mit ihren Kühen und anderen Nutztieren unterhalten und so dem Land einen einzigartigen Touch verleihen. "Natürlich müssen wir auch immer dementsprechend investieren. Wer glaubt, die neue Halle oder den neuen Traktor kaufen wir nur so zum Spaß, der irrt gewaltig. Das ist alles Mittel zum Zweck", sagt ihr Mann Herbert.

"Unseren Kühen geht es gut"

Dies war bei der Texinger Familie zuletzt 2010 der Fall. Die rund 80 Kühe, davon 40 Jungrinder, sind seitdem in einer riesigen Halle untergebracht, die zum größten Teil offen ist. "Uns ist wichtig, dass es unseren Kühen gut geht. Statt Plastikmatten schlafen sie auf Stroh und sie bekommen immer ausreichend Luft und Licht in der Halle. Denn, geht es der Kuh gut, geht es dem Landwirt gut", schmunzelt der Bauer.

Seit 2015 geht es bergab

Auch wenn seine Kühe dementsprechend viel Milch geben, am Preis, den er dann pro Liter bekommt, ändert dies nichts. "Seit 2015 konnten wir verfolgen, wie der Preis immer weiter nach unten geht. Das hat auch viel mit dem zu tun, dass manche Großkonzerne mit billigeren Produkten aus dem Ausland im Regal werben und die Konsumenten so natürlich zum günstigeren Lebensmittel greifen", fordert Herbert Butzenlechner ein Umdenken beim Kunden und wünscht sich zeitgleich eine europaweite Lösung in dieser Sache.


"Hängen mehr Jobs dran"

Dabei kann der "falsche" Griff ins Kühlregal gleich einige Existenzen aufs Spiel setzen. "Was einige nicht dabei bedenken ist, nicht nur wir Landwirte müssen uns um einen neuen Job umsehen, sondern auch etwa der Lieferant, die Molkerei und, und, und. Das muss man in dieser Situation auch mal beachten", erklärt Marianne das "Horrorszenario".

Baldiger Umschwung

Ein Funken Hoffnung macht sich aber schon unter den Landwirten breit. "Die Gastronomie und der Großhandel stellen bereits vermehrt auf regionale Produkte um. Das ist für uns natürlich ein Lichtblick", glaubt der Milchbauer hoffnungsvoll an einen baldigen Umschwung.
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