27.03.2016, 11:00 Uhr

Steinhammer zuversichtlich: "Ein Olympiastart ist nicht utopisch"

Der für den USKO Melk startende Scheibbser Christian Steinhammer träumt von der Olympia-Teilnahme.

Der USKO-Melk-Läufer Christian Steinhammer hat für die heurige Saison große Ziele: Er will zu den olympischen Spielen nach Rio de Janeiro.

Zwei Crosslauf-Staatsmeistertitel an einem Tag hat zuletzt Günther Weidlinger vor zehn Jahren geholt. Wie kam's zu diesem Topresultat in Köflach?
CHRISTIAN STEINHAMMER: Binnen zwei Stunden bei zwei Bewerben an den Start zu gehen, das tun sich viele Läufer nicht. Ich habe gewusst, dass ich Siegchancen habe und außerdem sind Crossläufe eine spezielle Vorbereitung auf die Wettkampfsaison.

Welche Impulse bringt der Crosslauf für die Sommersaison?
Die Strecken sind selektiver und er Kampf mit sich selbst ist entscheidend. Man muss sich schon auch quälen und lernen, mit dem Schmerz umzugehen. Dadurch wird man im Kopf stärker - gut für den Hindernislauf. Manchmal macht laufen halt nicht nur Spaß sondern ist auch Arbeit (lacht).

Ihr Steckenpferd ist der Hindernislauf - warum eigentlich?
Ich habe mir vor einigen Jahren überlegt, in welcher Disziplin ich auch international mithalten kann. Für die 1.500 Meter bin ich zu langsam, über die fünf und zehn Kilometer ist die Konkurrenz vor allem aus Afrika ganz einfach zu stark. Der Hindernislauf ist eine Art Nische, da ist die Dichte nicht so groß.

Welche Aspekte sind beim Training für den Hindernislauf entscheidend?
Mich verbindet eine Art Hassliebe mit dieser Disziplin weil man ständig gefordert ist. Es gibt Hürden und Wassergräben, dafür braucht es spezielles Techniktraining. Also zum Beispiel Hürdenübungen, einbeinige Kniebeugen und Übungen, die in der Hüfte beweglich machen. Ich mache auch intensive Einheiten mit 15 x 400 Meter Hürden. Über die Technik lassen sich beim Hürdenlauf leichter Sekunden holen als über's Laufen.

Welches Trainingspensum kommt denn da pro Woche zusammen?
Ich mache pro Woche rund zehn bis zwölf Einheiten, das sind je nach Jahreszeit bis zu 150 Kilometer pro Woche, dazu kommen noch Krafttraining und Regeneration. Für Ausgleichssport bleibt da wenig Zeit, nur im Herbst fahre ich hie und da mit dem Rennrad aus, im Winter gehe ich manchmal langlaufen.

Wir stehen am Beginn einer Laufsaison mit olympischen Spielen in Brasilien. Was ist für Sie drin?
Mein Minimalziel heuer ist die Europameisterschaft aber ich habe auch Olympia drauf, utopisch ist das nicht. Aber es muss im Vorfeld alles zusammenpassen - es darf nicht zu heiß sein und nicht zu windig. Es gibt nicht soviele Gelegenheiten, um in Europa das Limit von 8:30 Minuten zu schaffen.

Sicher nicht ganz einfach, dieses Limit zu erbringen, oder?
Nein. Denn es ist auch zuletzt noch etwas verschärft worden. Andererseits möchte ich nicht als Tourist nach Brasilien. Wenn ich die 8:30 nicht erbringe, habe ich auch nichts bei olympischen Spielen verloren.

Angenommen, Sie schaffen das Limit. Worauf kommt es dann an?
Es besteht die Gefahr, dass man sein bestes Fitnesslevel schon zu dem Zeitpunkt hat, wenn man das Limit erbringen muss und bis zu Olympia etwas abfällt. Was jedenfalls leistungsmindernd wirkt, ist die Zeitverschiebung. Das weiß ich von früheren Wettkämpfen.


Bereiten Sie sich auf solche Großereignisse mit eigenem Trainer vor?

Nein, ich habe keinen persönlichen Trainer. In Österreich gibt es auch nicht allzuviele hochqualifizierte Lauftrainer. Aber ich bin mit mehreren Trainern regelmäßig telefonisch in Kontakt, so wie etwa mit Hubert Millonig. Ich weiß aber auch selbst, wo man den Hebel ansetzen muss, ich doch auch schon lange genug dabei. Und im Laufsport gibt es nicht die großen Geheimisse.

Wieviele paar Schuhe haben Sie gleichzeitig in Verwendung?
Ich habe für verschiedene Trainingsarten und Wettkampf drei verschiedene paar Schuhe meines Sponsors Asics in Verwedung, davon wiederum jeweils zwei Paar. So in etwa jedes halbe Jahr wechsle ich sie dann aus.


Zuletzt ging es auf Trainingslager nach Italien - auf eigene Faust?

Ich bin mit einigen Trainingspartnern nach Viareggio gefahren, unter anderem sind auch Andrea Mayr und Jenny Wendt mit dabei. Ansonsten trainiere ich überwiegend bei mir daheim in Scheibbs oder in der Südstadt. Im Sommer bin ich auch öfters auf der Laufbahn der Stiftsportanlage in Melk.

Zur Person
Christian Steinhammer wurde 1988 in Scheibbs geboren und lebt in St. Georgen an der Leys. Er startet für den USKO Melk und ist Inhaber zahlreicher Staatsmeistertitel. Kürzlich sicherte er sich die Crosslauf-Staatsmeisterschaft sowohl über die Kurz- als auch über die Langdistanz.
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