19.09.2016, 14:56 Uhr

Wirschaftskammer Melk: Die Facharbeiter im Fokus

Franz Eckl, Michael und Franz Heilos sowie Andreas Nunzer wollen die Lehrlingsausbildung wieder mehr forcieren.

Die Wirtschaftskammer startet Offensive für ein besseres Image der Lehrlingsausbildung.

BEZIRK. "Es ist leider eine sinkende Tendenz, die derzeit bei den Lehrlingen im Bezirk herrscht", resümiert Andreas Nunzer, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ), ernüchternd. 2006 gab es im Bezirk noch 1.124 zukünftige Facharbeiter, 2015 waren es nur mehr 1.006. "Alleine im Fachbereich Tourismus ist die Zahl von 154 Lehrlingen (2006) auf 69 (2015) geschrumpft. Das gibt schon zu denken", so Nunzer.


Geburtenzahlen keine Ausrede

Mit ein Grund sind die geburtenschwächeren Jahre. "Das ist aber keine Ausrede. Leider spielt auch das mehr oder weniger schlechte Image des Handwerks eine große Rolle. Und da wollen wir dieses Ansehen ein wenig aufpolieren", plant der Obmann der WKNÖ Melk, Franz Eckl eine große Offensiv-Aktion. Die Tischlerei Heilos aus Bergland, die heuer übrigens ihr 30-Jahr-Jubiläum von 23. bis 25. September feiert, geht dabei mit gutem Beispiel voran. "Wir sind bei der Aktion 'Schüler trifft Unternehmer' in den Neuen Mittelschulen dabei und suchen aber auch schon nach Talenten im Volksschulalter", erzählt Chef Franz Heilos, "dabei wird nicht nur den Kindern sondern auch den Eltern erklärt, dass eine Ausbildung zum Facharbeiter genauso wichtig und gut ist, wie ein Studium."
"Dass die Erziehungsberechtigten bei solchen Veranstaltungen dabei sind, ist uns ein großes Anliegen, weil es immer noch Erwachsene gibt, die den Lehrberuf als 'minderwertig' betrachten", so Eckl.

Eine Lehre mit Karriere

Mit der Aktion "Lehre mit Karriere" ist schon ein wichtiger Schritt zur "Gleichberechtigung" zum Oberstufenschüler geschaffen worden. "Pro Lehrgang nutzen 25 bis 30 Auszubildende im Bezirk dieses Angebot, wo sie neben der Praxis im Betrieb auch ihre Matura machen können", sagt Nunzer. "Nach Abschluss beider Ausbildungen stehen den Jugendlichen dann alle Wege offen, ob sie in der Facharbeit weitermachen oder auf eine Uni oder Fachhochschule gehen."
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