14.03.2016, 16:12 Uhr

Fassbinder sind echte Raritäten

In vier bis fünf Tagen hat Fassbinder Franz Buchmann ein neues Fass fertig. (Foto: privat)

Franz Buchmann aus Großkrut ist der letzte Fassbinder im Bezirk.

GROSSKRUT. Als der Vater von Franz Buchmann die Fassbinderei in Großkrut im Jahr 1955 gründete, gab es noch 1.300 Fassbinder in Niederösterreich. Heute sind es lediglich acht. Im Bezirk Mistelbach ist er der Einzige, der dieses Handwerk noch hauptberuflich ausübt.

"Als die Stahl- und Plastiktanks gekommen sind, wurde die Auftragslage immer schlechter", erzählt Buchmann. Die Holz-Fässer werden hauptsächlich nach Italien und Frankreich exportiert. In Österreich werden diese kaum noch gebraucht. "Vor 30 Jahren haben wir noch zwei Züge Holz pro Jahr zu Fässern verarbeitet. Heute ist es viel, wenn ich ein bis zwei große Fässer anfertige." Der Grund: Stahl- und Plastiktanks sind einfacher zu reinigen. Auch Ablagerungen kann man längere Zeit in den Fässern lassen, ein Holzfass muss man sofort reinigen und regelmäßig schwefeln, damit Bakterien keine Chance haben. Auch für den Barrique-Geschmack wird heute mit getoasteten Holzchips gearbeitet, die in Stahltanks kommen.

Da das Holz nach wie vor sein Element ist, machte der Weinviertler aus der Not eine Tugend. Heute fertigt er für seine Kunden Stiegen und Kellerstüberl-Einrichtungen. Auch Weinliebhaber ordern für Schaukeller oder als Geschenk Holzfässer bzw. Fassböden in kleineren Dimensionen.
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