11.10.2016, 08:52 Uhr

Totes Reh – hoher Schaden

In Mistelbach wurden Wildwarngeräte an den Leitpflöcken montiert.

Was kann man tun, um Wildunfälle zu vermeiden, und was ist zu tun, wenns trotzdem passiert?

BEZIRK (mk). Wenn die Tage kürzer und nebeliger werden, steigt auch die Zahl der Wildunfälle dramatisch an. Die Tiere ziehen aus dem Schutz des Waldes aus, um auf Wiesen oder Feldern zu äsen. Bei Übergangsbereichen zwischen Wald und Feld ist das Risiko eines Unfalles besonders hoch – hier sollten Fahrzeuglenker besonders vorsichtig sein. Laut Information mehrerer Versicherungsträger ist ein durchschnittlicher PKW-Schaden bei einem Wildunfall mit mindestens 1.800 Euro zu bemessen. Im Jagdgebiet Mistelbach wurden kürzlich optisch reflektierende und teilweise akustische Wildwarngeräte montiert. Die blauen Reflektoren an den Straßenleitpflöcken können vom Wild gut wahrgenommen werden und sollen die Tiere von der Straße fernhalten. „Die Wildunfälle sind vor allem mit dem Bau der Umfahrung von Mistelbach und der A5 Nordautobahn deutlich mehr geworden! Pro Jahr haben wir 40 bis 50 Stück Fallwild, Fuchs und Hase nicht mit eingerechnet“, weiß Franz Schreiber von der Jagdgesellschaft Mistelbach. „Daher haben wir uns schon seit Langem dafür eingesetzt, beim Projekt ,Wildtiere und Verkehr Niederösterreich‘ der Universität für Bodenkultur Wien mitzumachen!“ Insgesamt 350 Stück dieser unterschiedlichen reflektierenden und teilweise akustischen Wildwarngeräte wurden zwischen Mistelbach und Siebenhirten (bei der Umfahrung von Mistelbach), auf der Kleinhadersdorfer Straße Richtung Mistelbacher Wald) sowie vor und nach der M-City von Mistelbach kommend an den Leitpflöcken sowie in einem Bereich der Waldstraße montiert. Und was erwarten sich die Jäger von dieser Maßnahme? „Wir hoffen, dass sich die Anzahl an Wildunfällen damit um 50 % reduziert! Je weniger Unfälle wir verzeichnen, desto besser“, so Franz Schreiber.

Lenkrad gut festhalten
"Ist ein Zusammenstoß mit einem Wildtier unvermeidlich, sollte man stark bremsen und das Lenkrad gut festhalten. Ein Ausweichmanöver ist nicht zu empfehlen, denn ein solches ist weitaus riskanter als ein Zusammenstoß mit dem Tier", erklärt Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

Zur Sache
Die meisten Unfälle ereignen sich in den Morgenstunden (zwischen 5 und 7 Uhr) sowie abends zwischen 20 und 23 Uhr. Wenn es zu einem Unfall mit einem Wildtier kommt, muss die Gefahrenstelle unverzüglich abgesichert und die Polizei sowie der Jagdleiter verständigt werden. Die Nichtmeldung eines Sachschadens ist strafbar. Getötetes Wild darf auf keinen Fall mitgenommen werden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.