08.07.2016, 23:58 Uhr

Kleine Kraftbomben am Feld

Herbert und Petra Zimmermann vor ihrem Ab Hof Verkauf in Oberkreuzstetten.

Die Vereinten Nationen haben 2016 zum "Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte" ausgerufen.

Hülsenfrüchte spielen bei der Ernährung von Mensch und Tier eine wesentliche Rolle. Der Anbau dieser kleinen Kraftbomben in Niederösterreich konzentriert sich auf das Gebiet Marchfeld und südliches Weinviertel. Bohnen, Grünerbsen und Grünsoja werden hauptsächlich als Tiefkühlgemüse verwendet. Körnererbsen werden eher im Trockengebiet im Osten Österreichs angebaut und fast ausschließlich als Futtermittel verwendet, die Ackerbohne gedeiht besser in den niederschlagsreicheren Gebieten und wird zum Teil als Saatgut für Gründüngung und ebenfalls als Futtermittel verwendet. Bei den Ackerkulturen wird Soja großflächig mit bis zu 400 ha im Marchfeld, Bezirk Bruck/Leitha und im Mostviertel angebaut.

Nachfrage nach österreichischen Produkten
Speisesoja und Futtersoja sind aufgrund des hohen Eiweiß- und Energiegehaltes ein oft verwendetes Nahrungs- und Futtermittel. Herbert Zimmermann aus Kreuzstetten sieht generell bei Hülsenfrüchten einen Trend zu einheimischen Bioprodukten. Er baut seit zwei Jahren drei verschiedene Arten von Linsen sowie Kichererbsen an, die er teils selbst vermarktet und teils an Händler abgibt. „Hülsenfrüchte sind für uns Bio-Betriebe im Weinviertel eine gute Ergänzung in der Fruchtfolge,“ erklärt Zimmermann „Die Hülsenfrüchte sollten möglichst trocken geerntet werden, da im Bio-Landbau aber immer auch diverse Beikräuter dabei sind, ist nach der endgültigen Trocknung eine anschließende Reinigung unbedingt erforderlich,“ beschreibt der Landwirt weiter die Besonderheiten der Ernte von Hülsenfrüchten.

Martin Kromer betreibt einen Bioladen in Mistelbach und hat vor allem bei Sojaprodukten eine Zunahme im Verkauf beobachtet: "Für Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, ist Soja als Basisprodukt für Aufstriche, Tofu oder Milchersatz unumgänglich." Kromer legt Wert auf österreichische, biologische und gentechnikfreie Produkte in seinen Regalen. "Aber leider wird im Inland nicht genügend an Hülsenfrüchten produziert, sodass ich auch importiere Ware in guter Qualität anbiete," erklärt Kromer.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.