Urban, Widmann und auch die Jägerschaft wollen bleifreie Munition.
PINZGAU/OSTTIROL (cn). Ende Jänner wurde bei Matrei, an der Südseite der Hohen Tauern, der Bartgeier „Nicola“ verendet aufgefunden. Das gekennzeichnete Tier war 1991 im Rahmen eines internationalen Projekts im Nationalpark ausgewildert worden.Seitens des Nationalparks wurde eine veterinärmedizinische Untersuchung veranlasst. Die Befunde sprechen für eine Bleivergiftung. Beim Greifvogel kam es zu einer Beeinträchtigung der Blutbildung und einer Schädigung des Nervensystems. NP-Dir. Wolfgang Urban: „Wie das Blei in die Nahungskette der Aasfresser kommen kann, ist bekannnt und auch in diesem Fall sehr wahrscheinlich. Durch konventionelle Bleigeschosse verbleibt am toten Wild eine Kontaminierung mit Blei. Aasfresser besitzen extrem saure Magensäfte, welche das Blei aufschließen.“ „Nicola“ ist laut Urban nicht der erste Fall, ein weiterer Bartgeier und drei Gänsegeier verendeten, wobei die Dunkelziffer extrem hoch sei. Auch die Direktion des Salzburger Zoos berichtet, dass immer wieder geschwächte Greifvögel mit erhöhten Bleiwerten abgegeben werden.
„In Entwicklung investieren“
Die zuständige Landesrätin Tina Widmann: „Bereits seit Jahresanfang wird in eigenen Nationalpark-Forschungsregionen im Habachtal und im Anlauftal bleifrei geschossen, die Berufsjäger führen genaue Aufzeichnungen. Nun wurde die Dringlichkeit dieses Projektes bestätigt.“
„Die Hersteller müssen in die Entwicklung investieren“
Landesjägermeister Josef Eder zum Thema: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass noch nicht bei allen Kalibern eine sichere und waidgerechte Bejagung mit bleifreier Munition möglich ist. Seitens der Hersteller muss noch mehr in die Entwicklung investiert werden.“
(Foto: NPHT)







Ein interessanter Beitrag, danke.
lieber Gruß
Alexandra