"Ich sehe meine Existenz gefährdet"

Diesen Wald sehen die Projektgegner gefährdet. (Foto: Privat)

Ein Hotelprojekt in Königsleiten regt die Gemüter auf. Alex Obermoser: „Das sind Neid und Missgunst.“

WALD/KÖNIGSLEITEN (cn). Schon seit längerem gehen bezüglich des bereits genehmigten Hotelprojekts von Alex Obermoser die Wogen hoch. Die Kritiker sind die Initiative „Rettet den Königsleitner Wald“ mit Frontmann Walter Becker aus Deutschland - er ist hier Zweitwohnungsbesitzer - sowie die in Königsleiten angesiedelten Unternehmer Hannes Schnell, Gunter Unterwurzacher und Fritz Kröll.

Platz für ein Ski-Kinderland
Gunter Unterwurzacher von der gleichnamigen Skischule hat gegen das Projekt an sich nichts einzuwenden. Er möchte aber, dass das geplante Hotel um ca. 30 bis 40 Meter verschoben wird, damit ein Korridor für ein zukünftiges „Ski-Kinderland“ frei bleibt. „Ohne Erweiterungsmöglichkeit in diesem Bereich sehe ich die Existenz meiner Skischule gefährdet.“

Die anderen Kritiker wollen ebenfalls keine Einschränkung der Skipiste, machen sich aber auch Sorgen um die Zukunft von Königsleiten und um die Gesundheit der Menschen. Als Argument wird etwa ein zu geringer Abstand (etwa 80 Meter) zur 380 kV-Leitung angeführt. „Im Bundesland Salzburg trat 2009 ein Gesetz in Kraft, wonach ein Mindestabstand von 200 Metern zwischen einer Freileitung und zwischen Bauten, die einer dauernen Wohnnutzung dienen, vorgesehen ist“, heißt es sinngemäß in einer Einwendung an die Gemeinde Wald. Und weiter: „In diesem Fall ist davon auszugehen, dass die Hotelanlage der dauernden Wohnnutzung dient, das bezieht sich sowohl auf die Hotelgäste wie auch insbesondere auf die vorgesehenen Personalzimmer.“

„Massive Eingriffe“
Auch von massiven Eingriffen in die Natur ist die Rede und zwar wegen des Waldes, der laut Gegner eine Schutzfunktion erfüllt und für das Hotelprojekt gerodet werden müsste. Hannes Schnell: „Natürlich wird nicht der ganze Wald in Anspruch genommen. Dies wäre jedoch das erste Projekt im umstrittenen Raum-entwicklungskonzept der Gemeinde. Danach könnten viele andere Projekte, vor allem Zweitwohnungen gebaut werden. Wir wollen sozusagen den Anfängen wehren.“

„Qualität statt Quantität“
Zudem befürchtet Schnell, dass Alex Obermoser zur Finanzierung des Hotels die „Astn-Hütten“ als zukünftige Zweitwohnungsbesitzer verkaufen will und ist grundsätzlich der Ansicht, dass in Königsleiten in eine Qualitätsoffensive und nicht in mehr Betten investiert werden soll. „Außerdem wäre der Widerstand nicht so groß, wenn man beim Hotelprojekt beim ursprünglichen Plan geblieben wäre.“

Nicht persönlich erkundigt
Alex Obermoser jedenfalls wundert sich laut Medienberichten über „Neid und Missgunst“ der Projektgegner. Ihm fehlt jegliches Verständnis, wenn von Eingriffen in die Natur die Rede ist und auch dafür, dass sich keiner der Kritiker bei ihm persönlich nach seinem 20-Zimmer-Hotelbau erkundigt hat. Ebenfalls auf Verwunderung stoßen die Argumente der Kritiker in der Walder Gemeindestube. Von dort heißt es auf BB-Nachfrage: „Es wurde im REK bereits vor längerem beschlossen, dass im gegenständlichen Bereich noch Bauland ausgewiesen werden kann. Dort, wo Alex Obermoser bauen will, befindet sich kein Wald, sondern nur einige Boschen. Die Beirkshauptmannschaft hat bereits die Rodungsbewilligung erteilt. Hier läuft alles ganz genau nach den gesetzlichen Bestimmungen. Die Gemeindevertreter stehen geschlossen hinter dem Hotelprojekt - sowohl jene der ÖVP und auch jene der SPÖ.“

Abstand zur Stromleitung
Bezüglich des Mindestabstandes zur Stromleitung hieß es: „Wenn es danach ginge, müssten viele bestehende Objekte abgerissen werden.“

(Foto: Privat)
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