10.06.2016, 07:37 Uhr

Unterstützung auf vier Pfoten

Die Teilnehmer der Therapiebegleithunde-Prüfung und -Überprüfung in Mürzzuschlag mit Prüferinnen und Heimleiter Peter Krebs (re.).

Über den Einsatz von Therapiebegleithunden und Assistenzhunden. Die WOCHE war bei einer Prüfung mit dabei.

Hunde spüren, wie es Menschen geht. Therapiebegleithunde und Assistenzhunde leisten im sozialen Bereich, gemeinsam mit ihren Haltern, Großartiges: egal ob ein Therapiebegleithund in Kindergärten, Schulen, Jugendinstitutionen sowie im Bereich Geriatrie in Altersheimen und bei Menschen mit besonderen Bedürfnissen, ein Blindenführhund oder ein Assistenzhund als Signal- oder Servicehund.
Zuständig für die Durchführung der Therapiebegleithunde- und Assistenzhunde-Prüfung ist das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Der Langenwanger Karl Weissenbacher ist Leiter dieser Prüf- und Koordinierungsstelle, die seit dem 1. Jänner 2015, infolge der Änderung des Bundesbehindertengesetzes, diese Aufgaben ausführt. Seitdem wurden österreichweit 450 Therapiebegleithundeprüfungen und 117 Assistenzhundeprüfungen durchgeführt. Bei jeder war Weissenbacher bislang dabei. "Ich habe eine riesige Freude damit, was wir bewegt haben. Es ist schön, unmittelbar den Erfolg zu sehen, indem du die große Freude der Menschen siehst, die sie damit haben", so Weissenbacher.

Verein Tiere als Therapie

Österreichweit gibt es rund 30 Ausbildungsvereine für Therapiebegleithunde. Einer davon ist der Verein Tiere als Therapie (TAT), dessen Steiermark-Zweigstelle die Mürzzuschlager Helmuth und Franziska Gruber leiten. "Wir schauen, dass möglichst viele unserer Mitglieder auch die staatliche Prüfung machen", so Franziska Gruber, selbst TAT-Prüferin und -Trainerin. Die WOCHE trifft Franziska Gruber im Bezirkspensionistenheim Mürzzuschlag. Mit ihrem Golden Retriever Design stellte sie sich der staatlichen Prüfung, mit Heaven der jährlichen staatlichen Überprüfung des Messerli Forschungsinstuts.
Zur staatlichen Prüfung und Überprüfung waren insgesamt 17 Mensch-Hunde Teams am Freitag und Samstag nach Mürzzuschlag gekommen. Am Samstag absolvierten 11 Teams die TAT-Prüfung, Voraussetzung für die staatliche Prüfung, im Kinderhotel Appelhof in Neuberg-Mürzsteg.
Die Teilnehmer waren aus verschiedenen Bundesländern angereist. Im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag gibt es bislang sechs staatlich geprüfte Therapiebegleithunde-Teams.

Nachgefragt

Therapiebegleithund-Führerin Jutta Prochazka, Mürzzuschlag.
Wo sind Sie mit ihrem Hund Kimberli im Einsatz? "Einmal in der Woche bin ich im Bezirkspensionistenheim Mürzzuschlag zu Besuch. Viele warten schon auf uns und sie wissen, heute ist Mittwoch, heute kommt der Hund wieder. Die Senioren können den Hund streicheln oder bürsten. Ganz wichtig ist aber, dass sie mir dabei nebenbei einfach etwas erzählen können. Die Leute sind so dankbar. Es gibt einem so viel. Wenn ich heimgehe, habe ich ein gutes Gefühl."

Staatlich geprüfte
Mensch-Hunde-Teams

Mit 1. Jänner 2015, infolge der Änderung des Bundesbehindertengesetzes, hat das Sozialministerium das Messerli Forschungsinstut an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, mit der Durchführung der Therapiebegleithundeprüfung und der Assistenzhundeprüfung beauftragt. "Bei den Therapiebegleithunden war der Bereich vorher vereins-intern geregelt", erklärt Karl Weissenbacher aus Langenwang. Er ist Leiter der Prüf- und Koordinierungsstelle am Messerli Forschungsinstitut. Die Übergangsfrist für Ausbildungsvereine endet am 30. Juni. "Krankenhäuser, Seniorenheime, Schulen werden keine nicht staatlich geprüften Therapiebegleithunde mehr reinlassen, weil der Versicherungsschutz wegfällt", rechnet Weissenbacher mit vielen Anmeldungen für die staatliche Prüfung. Im Bereich der Assistenzhunde wurden bis Ende 2014 lediglich die Blindenführhunde staatlich geprüft. Medizinische Signalhunde oder Servicehunde wurden vereinsintern geprüft. "Auch diese Überprüfung ist an uns übertragen worden", so Weissenbacher. "Mit der Eintragung des Hundes in den Behindertenpass dürfen Assistenzhunde überallhin mit", so Weissenbacher.
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