29.06.2016, 18:33 Uhr

Rockstar auf Talentsuche

Robby Musenbichler mit einigen seiner 15 Gitarren. Foto: geopho.com
Der Knittelfelder Musiker Robby Musenbichler über Talente, das Rockstar-Dasein und Konzerte vor 200.000 Fans.

KNITTELFELD. Robby Musenbichler sitzt in seinem Studio am Stadtrand von Graz und erzählt davon, wie er als 12-Jähriger in Knittelfeld innerhalb eines Monats das Gitarrespielen gelernt hat, um in die Schulband zu kommen und er erzählt von Maturabällen und Fünfuhrtees, bei denen er mit Stones-, Beatles- oder Jimmy Hendrix-Coverversionen aufgetreten ist, als plötzlich sein Handy läutet. „Hallo Rainhard! Wie geht’s?“, sagt der Gitarrist ins Telefon - und wer Austropop-Fan ist, ahnt vielleicht, wer am anderen Ende der Leitung sitzt – und tatsächlich: Es ist Rainhard Fendrich, in dessen Band Musenbichler seit 1999 spielt, beim Donauinselfest 2007 sogar vor unglaublichen 200.000 Leuten. „Da kommt eine Welle an Begeisterung auf die Bühne zurück, das ist ein Wahnsinn“, erinnert sich der Musiker, der mit seinen blonden Locken immer noch so aussieht wie das Paradebeispiel eines 80er-Jahre Rockers.

Frankfurt und Tokyo

Wahrscheinlich, weil er genau das auch war, denn zwischen Auftritten zum Fünfuhrtee in Knittelfeld und begeisterten Massen auf der Donauinsel ist viel passiert. Gemeinsam mit Boris Bukowski – dessen Hit „Kokain“ er übrigens komponiert hat – war Musenbichler während seiner Studentenzeit in den 1970ern zum Beispiel Mitglied von „Magic“, damals eine der ersten erfolgreichen Austropopbands.

International

Nach Auftritten bei Bandwettbewerben im ganzen Land und bei ersten Fernsehshows wie „Spotlight“ oder „X-Large“ ist der Knittelfelder dann 1978 nach Frankfurt gezogen, wo er schnell als Studiomusiker gefragt war. Drei Jahre später war es dann Zeit für etwas Eigenes und Robby Musenbichler gründete „Tokyo“. „Das war ein internationaler Act, der weltweit veröffentlicht wurde, wir haben drei Alben gemacht.“

Spaß & Groupies

In diese Zeit fallen auch gemeinsame Festivals mit Superstars wie Joe Cocker, Rod Stewart oder Toto. „Wir haben mit diesen Leuten im Line-up auf Festivals gespielt und da lernst du sie auch kennen. Mit ZZ Top oder mit Roger Chapman haben wir gequatscht und uns ausgetauscht und auch Joe Cocker war total locker.“ Damals hat Musenbichler auch den Rock’n’Roll-Lifestyle kennengelernt, aber zerstörte Hotelzimmer hat er lieber anderen überlassen: „Klar haben wir gefeiert und Spaß gehabt und es hat auch Groupies gegeben. Aber diese Zeit ist vorbei.“

Talente

Heute geht es Musenbichler lieber ruhiger an. Damit aber später vielleicht auch andere Steirer ähnliche Erfahrungen machen, hat er gemeinsam mit dem ORF-Steiermark „Take your chance“ ins Leben gerufen, mit dem er Talente entdecken und fördern möchte: „Ich habe in meinem Leben über 1.000 Produktionen gemacht, mir ist es wichtig, etwas von meiner Erfahrung weiterzugeben.“
Bis 31. Juli können steirische Singer & Songwriter ihre Demo-Songs einsenden. Infos gibt es hier.

Autor: Max Daublebsky
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