03.09.2016, 11:35 Uhr

Im Tal der Tränen (Teil 5)

Wie oft werden die im KZ-Nebenlager Bretstein inhaftierten Bibelforscher zum Himmel geblickt haben?
Bretstein: KZ-Gedenkstätte Bretstein | Linsbauer Leopold musste im KZ-Nebenlager Bretstein schrecklich leiden. Ob er als Burgenländer besondere Freude an den Bergen, die vom Lager aus zu sehen sind hatte, ist nicht bekannt.

Geboren: 4. Oktober 1905 in Neusiedl im Burgenland, Österreich
Todestag: unbekannt, wohnte bis dahin in Tulln, Niederösterreich
Verheiratet, 2 Kinder

Verhaftet: 18.10.1939, Polizeigefängnis Wien 18.10.1939 bis 9.5.1940
Aufenthalt im KZ: 9.5.1940 bis 5.5.1945 KZ Mauthausen, KZ Gusen, KZ Bretstein, Haftnummer: 2886

Leopold Linsbauer schloss sich 1935 den Bibelforschern an. Am 18. Oktober 1939 wurde er verhaftet und kam in das Polizeigefangenenhaus nach Wien und wurde am 9. Mai 1940 in das KZ Mauthausen überstellt. Linsbauer arbeitete zwei Tage in der Küche, was eine Spezialarbeit war. Dann musste er in die Strafkompanie, doch er wurde in die Küche zurückgeholt, da keiner da war, der diese Arbeiten durchführen konnte. Das war seine Lebensrettung, denn von der Strafkompanie kam keiner lebend davon.

Warten auf das Erschießen

Im Jahr 1941 oder 1942 mussten 5 Bibelforscher zur Stellung. Sie lehnten den Dienst mit der Waffe ab und wurden zum Schießstand geführt und warteten auf das Erschießen. Später erzählten sie, sie waren weder erschrocken noch irgendwie sonst unruhig. Um ungefähr 21 Uhr, es war schon fast dunkel, kam der Lagerälteste und sagte: “Seid ihr noch nicht weg?” Man sah nur noch eine Staubwolke und weg waren sie.

Da er in der Küche arbeitete, konnte Linsbauer seinen Glaubensbrüdern eine wirkliche Hilfe sein. Er hatte die Möglichkeit verschiedenes Essen aufzutreiben und auch Kleidung und Schuhe, da es von diesen Dingen nicht viel gab.

Linsbichler erzählte: “Wir hatten die ganze Zeit über keine Bibel. Leider wurde ein Glaubensbruder vergast, der eine Bibel bei sich hatte. Der, der im Krematorium die Arbeit verrichtete, war uns gut gesinnt und übergab uns die Bibel. Von da an führten wir immer ein Bibelstudium durch. Dadurch wurden wir sehr erbaut. Es war für mich wirklich eine Zeit, die ich nicht missen möchte, weil ich da wirklich die Hilfe und den Segen Jehovas verspüren durfte, denn nach menschlichem Ermessen wäre es unmöglich, diese Dinge zu ertragen: Hunger, Schläge und dergleichen mehr.”

In Archiven scheint eine Überstellungsliste von Häftlingen vom KZ Mauthausen in das KZ-Außenlager Bretstein in der Obersteiermark auf. Dort werden zusammen mit Linsbauer 5 weitere Bibelforscher zur Überstellung angeführt. 3 davon sind Österreicher (Hechenblaikner, Linsbauer und Obrist).

Überstellungsliste Konzentrationslager Mauthausen vom 5. Juni 1943: Veränderungsmeldung für den 4. Juni 1943
Abgang: Nach dem Außenkommando Brettstein wurden überstellt:
1. Glamann Konrad, 12.6.1889, Bibelforscher
2. Hechenblaickner Josef, 25.4.1911, Bibelforscher
3. Linsbauer Leopold, 4.10.1905, Bibelforscher
4. Moreno Lopez Miguel, 11.7.1909, Spanier
5. Munoz Rodriguez Manuel, 7.7.1918, Spanier
6. Müller Richard, 5.9.1905, Bibelforscher
7. Obrist Josef, 15.10.1905, Bibelforscher
8. Rampp Konrad, 29.3.1902, Bibelforscher
9. Sanchez Carraso Antonio, 6.2.1919, Spanier
10. Tomas Ortiz Julio, 31.1.1914, Spanier

Leopold Linsbauer wurde am 5. Mai 1945 befreit, nach 5 langen Jahren Haft im Konzentrationslager.

Fortsetzung von: http://www.meinbezirk.at/murtal/politik/wanderung-...
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Klaus-Peter Steffen aus Tennengau | 03.09.2016 | 16:10   Melden
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Harald Schober aus Weiz | 03.09.2016 | 18:31   Melden
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Klaus-Peter Steffen aus Tennengau | 03.09.2016 | 19:14   Melden
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Harald Schober aus Weiz | 04.09.2016 | 09:03   Melden
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Klaus-Peter Steffen aus Tennengau | 04.09.2016 | 16:03   Melden
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