17.06.2016, 08:34 Uhr

Minex bringt neue Jobs

Minex-Geschäftsführer DI Heinz Brunold im Gespräch mit der Murtaler Zeitung. Foto: Pfister
Autor: Wolfgang Pfister




CO2-Thema ist kein glaubwürdiges Argument gegen die Ansiedelung von Minex.

MURTAL. Vor dem Hintergrund der laufenden UVP-Verhandlung in der Causa Minex Zeltweg wird von Ansiedlungsgegnern der Verhüttungsanlage, allen voran von den Grünen, auch das Thema CO2 ins Spiel gebracht. Im Prinzip ein Gegen-Argument, das Geschäftsführer DI Heinz Brunold im Gespräch mit der Murtaler Zeitung so nicht stehen lassen will. In Österreich müsse man auch bei der Verhüttung von Ultrabasit mit größtmöglicher Rücksicht auf die Umwelt zu Werke gehen, weil die Umweltstandards in der Alpenrepublik zu den höchsten der Welt gehören. „Das ist auch gut so“, meint Brunold, der aber zu bedenken gibt, dass Verhüttungsanlagen der selben Art in Ländern mit wesentlich niedrigeren Umweltstandards natürlich auch höhere CO2-Werte erzeugen würden. Ganz zu schweigen von sehr weiten Transportwegen vom Abbaugebiet zur Verhüttungsanlage. Umweltschutz müsse man grenzüberschreitend sehen. Der für die Zulieferung notwendige Lkw-Verkehr führe über eine sehr kurze Strecke vom Abbaugebiet in Preg bei Kraubath über die S 36 und danach über das HIZ zur Produktionsanlage. Eine Beeinträchtigung von Anrainern bzw. eine Belastung von Siedlungsgebieten könne so ausgeschlossen werden.

Ein „Chemiewerk“ entsteht
Nach dem UVP-Gesetz fällt eine Anlage à la Minex in diese Kategorie. DI Brunold beschwichtigt: „Das ganze Leben ist Chemie“. Meistens werde das Thema aber mit etwas Giftigem assoziiert, was im Fall Minex einfach nicht zutreffend sei. Vielmehr handle es sich beim Verhüttungsverfahren „um einen zutiefst physikalischen Prozess“. Heinz Brunold räumt allerdings die Verwendung von Salzsäure ein. Durch die Anwendung einer fortschrittlichen Technologie erziele man heute eine wesentlich bessere Verwertung des Rohstoffes Ultrabasit. Aus diesem könnten heute bis zu 94 Prozent an verwertbaren Produkten herausgeholt werden. Es würden nur 6 Prozent Gesteinsmehl als Abfall anfallen. Und selbst dafür gäbe es Verwendungsmöglichkeiten.

Weltmarktführer plant
Mit der Planung der Verhüttungsanlage am ehemaligen Gelände der ÖDK Zeltweg wurde die renommierte Andritz AG mit Sitz in Graz beauftragt. Darüber hinaus werden weitere steirische Unternehmen maßgeblich an der Errichtung der Produktionsanlage der Firma Minex mitwirken. Das Unternehmen kooperiert auch mit führenden Universitäten, darunter die Montanuni in Leoben und die Technische Uni in Graz.

Höchster Sicherheitsstandard
Heinz Brunold ärgert sich über die Verunsicherung der Bevölkerung im Vorfeld der geplanten Verhüttungsanlage. „Wir halten uns an alle Grenzwerte und liegen in einigen Bereichen sogar weit unter dem, was gesetzlich vorgeschrieben ist“. Es werde da viel Unwahres verbreitet, meint er. Minex habe von Anfang an eine offene Informationspolitik betrieben und werde Verbesserungen, wo sie noch möglich seien, auch vornehmen. Jetzt sei aber erst einmal das Ergebnis der UV-Prüfung abzuwarten.

Abwärme-Nutzung
Synergieeffekte seien auch durch die Nutzung von Abwärme möglich. So will man für die Firma Pabst sechs bis zehn Megawatt auskoppeln „Zu günstigen Preisen“, wie Heinz Brunold betont. Damit würde die Wirtschaftlichkeit beider Betriebe verbessert. Durch dieses optimierte Energiekonzept könnten sowohl Minex als auch Pabst sichtbare Wettbewerbsvorteile erzielen. Damit verbunden sei auch eine Standortsicherung.

Im Besitz der Bergrechte
Die Minex Explorations GmbH besitzt die Bergrechte über den Kraubather Ultrabasit. Damit ist der für die Verhüttung benötigte Rohstoff auf unendliche Zeit hinaus gesichert. Ebenso die immer wieder kolportierten 70 Arbeitsplätze „auf Jahrzehnte hinaus“, versichert Geschäftsführer Heinz Brunold. „Wir bekommen schon laufend Bewerbungen für die benötigten Jobs im geplanten Zeltweger Werk“, ergänzt er und gibt zu bedenken, dass darüber hinaus in der Region auch bis zu 30 indirekte Arbeitsplätze im Umfeld des Projektes geschaffen werden würden, was auch nicht unerheblich ist.

Gesundheitsgefährdung?
Die Furcht der Bevölkerung vor negativen gesundheitlichen Auswirkungen durch den Betrieb des Werkes kann Heinz Brunold nicht nachvollziehen, zumal es ohnehin ein UVP-Verfahren für die Anlage gäbe.

Bereits 4 Millionen Euro
Die durch die bisherige zeitliche Verzögerung entstandenen Kosten für den Projektwerber beziffert Heinz Brunold mit rund 4 Millionen Euro. Davon seien bisher rund zwei Drittel für Maßnahmen im Rahmen des UVP-Verfahrens angefallen.

Regionale Wertschöpfung
In jedem Fall würde von der Minex-Verhüttungsanlage am Industriegelände in Zeltweg auch ein wertvoller regionaler Impuls im Hinblick auf die regionale Wertschöpfungskette ausgehen. Davon abgeleitet, müsste es eigentlich bessere Förderungen und eine größere Unterstützung für die Ansiedelung von wertvollen Produktionsbetrieben in der Region geben.
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