17.10.2016, 10:43 Uhr

Ur europäisch: Nilpferd-Trolle und heruntergerutschte Socken aus Finnland

Heidi Salama-Kollegger betreibt den Finnshop in der Siebensterngasse 17.

Der Finnshop im 7. Bezirk lädt ein zum Eintauchen in ein Land über das man wenig weiß, obwohl es viele Geschichten zu hören gibt.

NEUBAU. Über Finnland weiß man bekanntlich wenig. Dabei zahlt es sich durchaus aus, Nachrichten von dort zu durchstöbern. Da findet man eine Stellenausschreibung als Polarlicht-Nachtwächter in einem Hotel in Rovaniemi, auf die sich bereits Tausende beworben haben. Oder die News, dass Finnland aktuell als eines der ersten europäischen Länder ein bedingungsloses Grundeinkommen testet - mit 560 Euro monatlich an 2.000 zufällig ausgewählte Bürger. Oder Statistiken, die überraschen: der meiste Kaffee weltweit wird in dem Land im Norden getrunken.

Everyday life in Finland

“Kaffee brauchen wir auch, es ist wirklich oft dunkel”, erklärt Heidi Salama-Kollegger. Die in Helsinki geborene Wahl-Wienerin hat die Liebe zu ihren Wurzeln zum Beruf gemacht und 2004 mit dem “Finnshop” ein Stück Finnland nach Wien gebracht. Was als Onlineshop anfing, ist seit 2012 ein Laden im 7. Bezirk - als “Fashion Gegend” von Anfang an ihr Favorit.

Unter dem Motto “A beautiful everyday life” vertreibt der kleine Laden bekannte finnische Design Marken wie Iittala, Marimekko und Aarikka. Teller, Tassen und Gläser mit klaren Designs reihen sich da an farbenfrohe Textilstücke und Designervasen. Manche Kunden kommen nach einem stressigen Arbeitstag einfach vorbei, um durch den Laden zu streifen. Das sei das schönste Kompliment für Salama-Kollegger, die nicht nur Produkte, sondern auch ein Gefühl vermitteln möchte.


Stilvolles Geschirr mit Geschichte

Unter ihren Bestsellern findet sich an erster Stelle die “Aalto-Vase” ein Designklassiker, deren geschwungene Form von oben an eine kleine Insel erinnert. Die Teller und Tassen mit den Mumins, den süßen Nilpferdähnlichen Trollen rufen auch hierzulande Kindheitserinnerungen wach und verkaufen sich vor allem am Valentinstag gut - kuschelnden Mumins wärmen Tee und Herzen. Viele finnische Produkte hätten einfach Charakter, meint Salama-Kollegger, so gibt es etwa eine Teller-Reihe in verwaschenen Grün- und Blautönen die übersetzt “Wettertagebuch” heißt. Oder, passend zum Herbst, die Gläser-Serie "Sukat Makkaralla" - übersetzt "heruntergerutschte Socken"-, deren wellige Glasränder genau daran erinnern.

Wenn man den Finnshop verlässt, kennt man Finnland also wirklich ein Stück besser. Und hat vielleicht sogar Lust doch mal eine Reise in den Norden zu wagen. Vielleicht ist der Polarlicht-Wächter Job ja noch zu haben?

Nachgefragt

Einzigartiges Wien
"Diese alte Architektur in Wien fasziniert mich. Und die Kaffehauskultur genieße ich sehr."

Mein Vokabelheft
"Mit “Grüß Gott” hatte ich anfangs meine Probleme, weil es so religiös wirkt, aber inzwischen ist es mir ans Herz gewachsen, weil man damit auch sagt, dass es dem anderen gut gehen soll."

Heimweh
"Die Einsamkeit, die fehlt mir. Die Chance, sich in eines der Sommerhäuser zurückzuziehen und einfach zwei Tage aufzutanken."

Crashkurs Finnisch
"“Sauna” ist natürlich ein finnisches Wort, das lustiger Weise in anderen Sprachen gleich ist. Saunen gehören in Finnland wirklich zur Grundausstattung - selbst eine 1-Zimmer-Wohnung hat eine Sauna dabei."
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Alois Fischer aus Liesing | 17.10.2016 | 12:30   Melden
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