26.09.2016, 09:50 Uhr

Ein Chor in der Kaiserstraße für alle, die nicht singen können

Heidi Holub (r.) hat den "Ich kann nicht singen Chor" gegründet, Lise Huber (l.) ist eine der beiden Gesangslehrerinnen.

Wer meint, kein Talent zum Singen zu haben, ist bei Heidi Holubs Chor genau richtig.

NEUBAU. Nicht jeder kann schön singen, aber Spaß machen kann es trotzdem. "Du singst aber falsch! Kein einziger Ton richtig. Was für ein Katzengejammer!" – Diese und ähnliche Worte können einem die Lust am Singen ganz schön vermiesen. Auch Heidi Holub dachte ähnlich.

"Meine Mama hat immer gesagt, wir haben viele Talente, aber singen können wir nicht." Bis sie von einem ganz besonderen Chor aus London hörte. "Es war ein ‚Ich kann nicht singen‘-Chor und ich dachte, so einen Chor will ich auch gründen. Mir ist es auf die Nerven gegangen, dass ich schon so alt bin und immer noch Hemmungen habe, zu singen. Als Therapeutin sage ich meinen Klienten auch immer, sie sollen sich über Dinge drübertrauen", so die 56-Jährige.

Gesagt, getan. Sie machte sich auf die Suche nach einer Gesangslehrerin und stieß dabei auf Lise Huber und Judith Keller. "Lise ist diplomierte Gesangspädagogin im Bereich Jazz und Popularmusik. Mit ihr singen wir eher Lieder aus dem Bereich Jazz und Swing", so Holub. "Judith ist mehr auf Musicals spezialisiert. Aber wir singen auch Schlager und alles, was uns so Spaß macht. Nur mit Volksliedern haben wir nichts am Hut." Das erste geprobte Lied war übrigens "Que Sera, Sera", das Doris Day zu Ruhm verholfen hat.


Spaß und Selbstwertgefühl

Die ersten Chorstunden gab es schon. "Mir macht Unterrichten sehr viel Spaß. Ich habe bereits Erfahrungen mit Kindern und Anfängern gesammelt. Mit einem Chor zu arbeiten, wollte ich bereits seit einiger Zeit", erzählt Lise Huber. "Und ich muss sagen, es hat auch gar nicht schlecht geklungen, was wir gesungen haben. Die Leute hatten viel Spaß. Mit dem Singen wird auch der Selbstwert gefördert", so die 32-Jährige.

Derzeit gibt es acht Gruppen, die bereits ausgebucht sind. "Wir haben momentan nur Wartelisten, überlegen aber, das Angebot ab dem nächsten Jahr zu erweitern", so Holub. Und auch Auftritte sind geplant. "Wenn wir so weit sind, wollen wir gerne in Pensionistenhäusern oder auf Bezirksfesten singen", so Holub. Geprobt wird in den Ordinationsräumen von Holub Kaiserstraße 67 in Neubau. Mehr Infos unter: www.laienchor.jimdo.com
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