31.03.2016, 07:54 Uhr

Pfarre Altlerchenfeld: Rettungsaktion für die Hörbiger-Orgel

"Die verschimmelten Blasbälge und abgenutzten Pfeifen müssen dringend saniert werden", so Organist Gerhard Fleischer.

Die größte und noch einzig bespielbare Hörbiger-Orgel in Wien muss dringend saniert werden. Die Kosten: bis zu einer halben Million Euro.

NEUBAU. Sie gilt als Meisterwerk, geschaffen vom berühmten Orgelbauer Alois Hörbiger, dem Urgroßvater von Attila und Paul Hörbiger. Trotz ihres stolzen Alters von 155 Jahren ist die Orgel heute noch in ihrem Originalzustand. Die zwei Weltkriege konnten das mächtige Instrument nicht zerstören. Der Zahn der Zeit hat ihm dafür schwer zugesetzt. Die Pfeifen sind abgenützt, die Lederblasbälge von Schimmel befallen.

Dringende Sanierung
Jetzt müsse dringend saniert werden, sagt Christina Schlosser, Bezirksparteiobfrau der ÖVP Neubau. „Ich finde es ist Aufgabe von Land und Bezirk, solch einzigartige Kunstwerke zu erhalten“. Die Altlerchenfelder Kirche liegt Schlosser auch persönlich am Herzen. Denn nachdem die Kirche im zweiten Weltkrieg zerbombt wurde, haben ihre Großeltern beim Wiederaufbau geholfen. "Als Unternehmer im Grätzel haben sie ein Kirchenfenster und die Kirchenglocke mitgesponsert“, sagt Schlosser.

Spenden durch Konzert
Ein Benefizkonzert für den Erhalt der Orgel ist nun ein erster Schritt. Sie soll an das besondere Kulturgut im Bezirk erinnern und auf sein Schicksal aufmerksam machen. "Wir wollen mit dem Benefizkonzert nicht das große Geld einnehmen, sondern den Menschen das einzigartige Kunstwerk wieder ins Gedächtnis rufen", sagt Pfarrer Florian Parth. Weitere Schritte sind noch nicht geplant.

Das Frühlingskonzert zur Rettung der Hörbigerorgel findet am 6. April um 18.45 Uhr in der Altlerchenfelder Kirche auf der Lerchenfelderstraße 107 statt. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Hintergrund

Die große Orgel zu Altlerchenfeld ist das Hauptwerk des aus Tirol stammenden Orgelbauers Alois Hörbiger. 1856 mit dem Bau beauftragt, stellte Hörbiger die Orgel 1860 unter großen technischen Herausforderungen fertig. Das Instrument bekam den Titel Meisterwerk und sein Erbauer von Kaiser Franz Josef die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.
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