14.06.2016, 09:24 Uhr

Ungarische Spurensuche zur EM: Ein Hauch von Monarchie

Kulinarik und Kultur: Die Spuren Ungarns sind zahlreich. Nicht nur historisch, auch aktuell. (Foto: APA/Kitting)

Die k.u.k. Zeit ist noch nicht vergessen. Und die Spuren Ungarns in Wien sind zahlreich. Acht Tipps.

WIEN. Es gibt kaum bessere Gelegenheiten für abgedroschene Witze als einen feucht-fröhlichen Fußballabend. Diesem Klassiker wird man beim ersten EM-Spiel Österreichs am 14. Juni daher kaum entkommen: „Es spielt Öster­reich-Ungarn.“ – „Gegen wen?“

Ja, die Zeiten der Monarchie sind nicht vergessen. Wir haben uns auf eine Suche nach Ungarns Spuren in Wien begeben.

1. Kulinarik-Botschafter:
Wo Wiener Ungarn selbst zum Essen gehen, dort kann man eigentlich kaum falsch liegen. Zwei beliebte Lokale für Fleischpalatschinke, Paprikahuhn und Letscho sind der Familienbetrieb „Ilona Stüberl“ (1., Bräunerstraße 2a) und das rustikal eingerichtete Restaurant Piroschka (18., Gersthofer Straße 140). Und zur Nachspeise sollte man sich in Mathias Szamos Konfiserie (3., Landstraßer Hauptstraße 72) mit Dobos- oder Esterházytorte eindecken.

2. Aufg’wärmt:
Ist bekanntlich nur eines gut. Und weil die Österreicher ohnehin so tun, als hätten sie’s erfunden, wird am 18. Juni gemeinsam gekocht. 30 Teams treten beim Gulaschfestival (ja, das gibt’s) im Donaupark zum Wettkochen an. Infos: www.gulaschfestival.at

3. Ungarisches Coworking:
Loffice“ klingt vielleicht französisch, hat seine Wurzeln aber in Ungarn. Die Zusammensetzung von „Loft“ und „Office“ ist der Name eines Coworking-Space, der 2009 in Budapest eröffnet wurde und seit 2011 einen Ableger in Wien hat. Die Gründerinnen und Schwestern Kata and Panni Klementz sind mit ihrem kreativen Arbeitsraum (7., Schottenfeldgasse 85) seither nicht mehr aus der internationalen Start-up-Szene in Wien wegzudenken.

4. Design:
Der ungarisch-österreichische Verein „Kultpult – Du bist, was du konsumierst“ veranstaltet am 18. Juni im Loffice einen „Mini-Markt“: eine Designmesse für Eltern, Babys und Kleinkinder von und mit ungarischen Ausstellern. Von 11 bis 18 Uhr.

5. Stämme zum Naschen:
Eine besonders beliebte Süßigkeit aus Ungarn ist der „Kürtöskalács“. Übersetzt so viel wie „Kaminstriezel“, sind die süßen Germ­teigrollen besser als „Baumkuchen“ bekannt. Besonders lecker sind sie frisch und warm! Zum Beispiel am Naschmarkt, da gibt es jeden Freitag und Samstag von 10 bis 18 Uhr einen Stand.

6. Salamiduft:
Ein Geheimtipp ist der Feinkostladen „Speck.takulär“ in Nussdorf (19., Nussdorfer Platz 3). In persönlicher Wohlfühlatmosphäre gibt es heimische und ungarische Delikatessen. Das Sortiment reicht von Salami in allerlei Variationen über selbst gemachtes Brot bis hin zu Birnen-Steinpilz-Chutneys. Zu Mittag gibt’s ungarische Hausmannskost. Lecker!

7. Kritisches Theater:
In dem gelungenen Stück „Hideg szelek“ (dt. „Eiswind“) analysiert Theatermacher Árpád Schilling brandaktuell, wie die radikal rechte Politik Viktor Orbáns durch die Flüchtlingskrise politisch salonfähig wurde. Mit ungarischen und österreichischen Schauspielern. Wieder am 25.6. im Akademietheater (3., Lisztstraße 1).

8. Intensives Kulturleben:
Das Ungarische Kulturinstitut (2., Hollandstraße 4) ist ein von außen durchaus bizarrer Bau, der es mit seinen verzerrten Wänden bereits in die „Vienna Ugly Tour“ geschafft hat. Innen beheimatet das „Balassi Institut“ dafür aber ein sehr reges Kulturleben der unzähligen Vereine in Wien, wie etwa den Tanzverein Délibáb. Im dort angesiedelten Restaurant Pilwax dürfte der ungarische Wein übrigens besonders munden. Allerlei Informationen zu Angeboten und Veranstaltungen online unter becs.balassiintezet.hu
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